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Archive for May, 2009


Krankenverunsicherung


Sunday, May 31, 2009

Von all den Dingen die derzeit nerven, nimmt das Thema Krankenversicherung bei mir die Pole Position ein. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, zwischen denen ich wählen darf. Freiwillig versichert, Künstlersozialkasse oder privat? Und wenn privat, dann welcher Anbieter, welcher Tarif, wieviel Selbstbehalt, Krankentagegeld und sonstiger Schnickschnack? Ich frage mich, wie dieser Versicherungsdschungel überhaupt derart wuchern konnte und warum es nicht z.B. anbieterübergreifend gleiche Tarife mit gleichen Namen gibt? Die könnte man dann ganz lässig anhand der unterschiedlichen Preise vergleichen. Dann hieße die Frage womöglich nur noch: Vollkasko oder Teilkasko? Aber ja klar, dann würden ja auf einen Schlag Tausende Versicherungsmakler ihren Job verlieren. Das wäre nicht zu verantworten.

Ich frage mich, warum Versicherungen es nicht wie Aldi, Lidl und Co. machen: Dem Kunden die Auswahl erleichtern, indem man sich auf das Wesentliche beschränkt und das klar kommuniziert. Aber womöglich ist diese Art der Transparenz gar nicht erwünscht.

Anlaufschwierigkeiten


Wednesday, May 27, 2009

Da sitzen wir also, zwei ehemalige Kollegen und ich, gestern Abend  zusammen und reden über alte Zeiten. Andi, der seit 1993 weiß, wie der Hase im Bereich Selbständigkeit läuft, gibt den Newbies Dennis und mir Tipps für die Zukunft. Zum Beispiel, dass man auch in guten Zeiten Akquise betreiben sollte. Dann driftet das Thema zwischenzeitlich zum Holterdipolter meines Autos ab und Andi, der sich nicht nur mit der Selbständigkeit gut auskennt, sondern auch mit Autos, erstellt eine Ferndiagnose und meint, ich hätte vielleicht einen Motorschaden. Die Reparatur eines vergleichbaren Schadens hätte bei ihm 3.500 Euro gekostet. Ja, so eine Nachricht ist genau das, was ich 5 Tage bevor mein Unternehmen das Licht der Welt erblickt, hören wollte.

Allgemeine Verunsicherung


Friday, May 22, 2009

Es ist ja wirklich nett, dass es an jeder Straßenecke Beratungsmöglichkeiten für Gründer gibt, aber bei einem Thema fühle ich mich alleine gelassen: Versicherungen.

Wenn ich das Thema Krankenversicherung anspreche, kriege ich ungefähr immer folgendes gesagt: “Das ist ein äußerst komplexes Themengebiet, mit dem Sie sich eingehend beschäftigen müssen. Da kann ich in der uns zur Verfügung stehenden Zeit leider nicht ins Detail gehen”. Auf die Idee, dass ich eine Berufshaftpflichtversicherung brauchen könnte, musste ich selber kommen. Immerhin wurde mir von verschiedenen Stellen die freiwillige Arbeitslosenversicherung ans Herz gelegt. Aber ansonsten ist das Thema Versicherungen bei den Beratungsmöglichkeiten ein blinder Fleck. Dabei wundert mich das. Denn Freunden und Bekannten, die sich gerade ebenfalls selbständig machen, brennt dieses Thema auch unter den Nägeln. Ich bin also nicht die einzige, die solche Fragen stellt und offenbar kaum Antworten erhält.

Ich bin zwar kein Fan von Wegelagerer-Marketing, aber in Fällen, in denen dringender Beratungsbedarf besteht, wäre es schon praktisch, wenn das Angebot auf die Nachfrage lauern würde.

Oh wie schön ist Panama


Wednesday, May 20, 2009

Vor 5 Jahren ein Praxissemester, vor 2 Wochen eine Präsentation zum Thema Web 2.0: Sympatexter zu Gast bei der Panama Werbeagentur am schönen Eugensplatz.

Jeden ersten Mittwoch im Monat hält dort ein Externer im Rahmen der Panama Academy eine Präsentation rund um die Themen Werbung, Marketing, Internet usw. im Keller der Agentur. Damals war das ein Fotostudio, heute ist dort alles schick und grün.

Das Thema meiner Präsentation war: 10 Dont’s für Unternehmen im Web 2.0

10 Dont's für Unternehmen im Web 2.0

Diese Fehler sind alles Dinge, mit denen ich in den letzten Jahren selbst Erfahrung gemacht habe. Über Spam hat sich wohl schon jeder aufgeregt. Die Punkte “Du sollst lügen, ignoriere Kritik und gängele und verärgere deine Fans” waren während meiner Diplomarbeit zum Thema Virusmarketing aktuell. Als Blogger bin ich auch schon mal haarscharf an einer Abmahnung vorbeigeschrammt, mir (und fast allen Bloggern, die ich gefragt habe) wurden schon mal Bilder und Texte geklaut und ich habe  erlebt, wie ein Geschäftsführer ein vertrauliches Dokument irrtümlicherweise an alle Welt und den Gesamtverteiler der Agentur geschickt hat. Als Kunde begreife ich manchmal nicht, wie Unternehmen Umsatz machen, obwohl sie es einem (mir) so schwer wie möglich machen, ihre Produkte zu kaufen und fast alle meine Freunde, die bei Konzernen arbeiten, können Seiten wie Facebook, Youtube und bald sicher auch Twitter nicht aufrufen (dann kaufen die sich halt ein iPhone).

Am Ende habe ich dann mal in die Runde gefragt (bei 30 Personen habe ich aufgehört zu zählen) wer denn alles einen Twitteraccont und/oder ein Blog hat. Meiner Schätzung nach sind in Werbeagenturen 2% der Mitarbeiter bei Twitter und 1% bloggt (ich habe den Eindruck, dass Twitter, was die aktive Nutzung angeht, Blogs mittlerweile überholt hat). Und tatsächlich hat es ziemlich genau gepasst. Das mag sich womöglich nach wenig anhören, ist aber in Wirklichkeit weit über dem Bundesdurchschnitt. In Onlineagenturen bzw. -unternehmen sieht es schon etwas anders aus (meine Schätzung: 8-10% Twitter, 3-5% Blogs) und bei Onlineagenturen mit Spezialisierung auf SEO ist jobbedingt fast jeder bei Twitter und viele haben ein Blog. Die Quoten in Werbe- und Onlineagenturen steigen sprunghaft an, sobald ein Web 2.0 Enthusiast ins Unternehmen kommt. Rozana, eine sehr gute Freundin von mir aus Grundschulzeiten, hat die Twitterquote in ihrer Abteilung (Onlineunternehmen) von 0 auf 50% gesteigert. Schließlich wurde auch ein Corporate Twitter Account eingeführt. All das hat nachweislich nicht nur den Traffic auf die Homepage erhöht, sondern auch den Umsatz. Da soll noch einer sagen, Web 2.0 wäre Zeitverschwendung.

Traumjob, anyone?


Wednesday, May 20, 2009

Gefühlte 70% der Gründung (davon entfallen mindestens 53% auf den Businessplan) sind vollzogen. Jetzt muss ich nur noch ein paar relativ harmlos aussehende Formulare ausfüllen und mir überlegen, ob ich das auch alles so wirklich wirklich will. Oder will ich vielleicht wieder in eine kuschelige Festanstellung zurück? Wenn mir mein Traumjob über den Weg laufen sollte, dann: Ja.

Aber zuerst müsste ich ein bisschen grübeln und mich fragen: Was wäre denn mein Traumjob in einer Festanstellung? Vom Jobprofil her wäre es eine Mischung aus dem, was Nico Lumma bei Scholz & Friends macht (Social Media Prediger) und der Konzeption von Crossmedia Kampagnen, Big Ideas, integrierten Kampagnen oder wie man sie auch nennen mag. Wenn keine weltbewegenden Kampagnen konzipiert werden möchten, könnte ich zur Entspannung auch texten. Schreiben ist heute für mich schon fast wie Mediation. Das war vor 10 Jahren noch ganz anders. Mit Grauen erinnere ich mich an meine Deutschprüfung im Abitur (meine Textergene waren damals noch nicht aktiv). Der Job müsste natürlich auch hundefreundlich sein und flexible Arbeitszeiten haben. Nicht, dass ich ein notorischer Langschläfer wäre, aber ich arbeite gerne nachts. Und das verträgt sich nicht mit Showsitzen von 09:00 bis 18:00 Uhr. Wenn keiner blöd schaut, wenn ich mal einen Tag bei einer Web 2.0 Veranstaltung bin oder ich mal früher gehe, weil ich so ein Sprachkursjunkie bin, dann bin ich schon fast überzeugt. Super wäre es, wenn der Job in Stuttgart und nicht irgendwo in Hamburg, Berlin oder sonstwo wäre. Karlsruhe wäre auch ok.

Das Ganze also kräftig durchmischen und bei 180 Grad 10 Jahre im Backofen goldbraun rösten lassen. Denn ich glaube, dass es mindestens so lange dauern wird, bis so ein flexibler Job für Generalisten nicht mehr die totale Ausnahme in der Kreativbranche sein wird. Falls ich mich täuschen sollte, und es doch schon in 5 Jahren soweit sein sollte, habe ich ja die perfekte Überbrückung gefunden.

Hilfe, ich will gründen!


Wednesday, May 20, 2009

Es ist ein gutes Gefühl, dass man als Gründer an vielen Stellen Unterstützung bekommt. Das ist heute bestimmt anders als vor 10 Jahren, als es noch keinen Gründerzuschuss gab und die Agentur für Arbeit noch Arbeitsamt hieß.

Apropos Agentur für Arbeit. Dort sind die Berater immer so freundlich, dass ich mich manchmal frage, ob ich mich im Gebäude geirrt habe. Sie waren bisher ausnahmslos gut gelaunt und sogar zu Scherzen aufgelegt. Dann sagen sie mir Sätze wie “das erledigen wir alles für Sie” oder “in spätestens einer Woche ist das bearbeitet”. Ich muss ehrlich zugeben, dass das an meinen jahrelang kultivierten Vorurteilen kratzt.

Dann der zweite Schock. Als Schwabe weiß ich, dass alles seinen Preis hat. Dann muss ja was dran faul sein an der kostenlosen Beratung im Gründerbüro (Rathaus). Aber ich komme aus der einstündigen Beratung raus und stelle fest, dass alle meine Fragen kompetent beantwortet wurden und meine Erklärung zur Tragfähigkeit unterschrieben wurde. Und ich bin sogar Paternoster gefahren! Was man nicht so alles erlebt, als Existenzgründer.

Dann sind da noch die KfW, die Gründerinnen-Agentur und die Senioren, die gerne Junioren helfen würden. Sogar meine Eltern wollen mir helfen!

Aber es gibt sie auch, die Helfer, die einem nur Zeit und Nerven rauben. Da wäre zum Beispiel das  Softwarepaket vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für Gründer und junge Unternehmen zum Erstellen von Businessplänen. Auf der Messe für Existenzgründer (NewCome) habe ich die CD mitgenommen, nur um dann zuhause festzustellen, dass mein CD-Laufwerk kaputt ist. Na super. Also habe ich auf dem Existenzgründerportal des BMWi danach gesucht - aber leider nicht gefunden. Zumindest nicht innerhalb einer Minute und das ist meine persönliche Frusttoleranz für die Suche nach Informationen auf einer Webseite. Als ich die Software dann doch gefunden und installiert habe, habe ich festgestellt, dass Usability bei der Realisierung echt nicht großgeschrieben wurde. Beim Textteil des Businessplans konnte ich das noch verschmerzen. Aber beim Finanzteil ging dann gar nichts mehr. Voller Bugs und viel zu kompliziert. Also (das klingt jetzt nach einer schnellen Entscheidung, aber tatsächlich habe ich ein paar Stunden an meiner Frusttoleranz gearbeitet) die Liquiditätsplanung für die nächsten 3 Jahre einfach mal kurz selbst ins Excel reingehackt.

Lessons learned: Hilfe kann manchmal ganz nett sein. Selbermachen schon oft Nerven.

Behördenjogging


Tuesday, May 19, 2009

Gestern Agentur für Arbeit. Heute Gründerbüro. Morgen Finanzamt. Donnerstag Feiertag. Freitag Bank.

Angesichts der Tatsache, dass ich das Joggen in den letzten Wochen etwas vernachlässigt habe, ist diese Rumgerenne ein ganz gutes Training für den Stuttgart Lauf im Juni. Der Halbmarathon will schließlich unter zwei Stunden überlebt werden.

Die Angst vor dem leeren Blog


Sunday, May 17, 2009

Da sitze ich also und fange ein neues Blog an, weil ich ein neues Abenteuer anfange: Die Selbständigkeit. Es gäbe so viel Spannendes zu erzählen, dennoch weiß ich nicht, was ich bloggen sollte. Denn der erste Blogbeitrag wird immer etwas besonderes sein. Will ich also den ersten Beitrag über meine Zukunftspläne als Selbständige schreiben? Oder vielleicht darüber, warum ich diesen Schritt jetzt wage? Ist es die lustige Episode im Arbeitsamt von dieser Woche würdig, als erster Beitrag in meinem (ich mag es kaum ausschreiben) Businessblog herzuhalten? Dabei geht es nicht nur um den ersten Artikel, sondern um die generelle Frage: Worüber soll ich in diesem neuen Blog schreiben?

Ein Bekannter meinte, jetzt sei für mich die Zeit gekommen, das Businessblogging in Angriff zu nehmen. Ich könnte doch über aktuelle Kampagnen schreiben. Ja, das stimmt. Um es mit Spocks Worten zu sagen: Das wäre logisch. Dennoch ist das nicht so mein Ding. Denn erstens schreiben darüber schon sehr viele Freelancer und Selbständige. Wer will denn dann überhaupt noch mein Blog lesen? Und zweitens finde ich den Großteil  solcher Blogs relativ unspannend. Die meisten Blogs, die sich mit Kampagnen beschäftigen, konnte ich schon nach wenigen Monaten nicht mehr lesen, weil es mir vorkam, als ob ich ständig Wiederholungen im Fernsehen sehen müsste.

Ich denke, ich werde es beim Businessbloggen genau so halten wie beim privaten Bloggen: Nur Geschichten veröffentlichen, die ich auch bei anderen gerne lesen würde. Das bedeutet u.a. keine Beiträge über Wordpress-PlugIns, Besucherstatistiken und skurrile Suchanfragen. Keine Linksammlungen und hoffentlich ganz wenige Rechtschreibfehler. So, die Richtung ist abgesteckt - ich bin gespannt, wohin sich das Ganze entwickeln wird.