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Hilfe, ich will gründen!


Wednesday, May 20, 2009

Es ist ein gutes Gefühl, dass man als Gründer an vielen Stellen Unterstützung bekommt. Das ist heute bestimmt anders als vor 10 Jahren, als es noch keinen Gründerzuschuss gab und die Agentur für Arbeit noch Arbeitsamt hieß.

Apropos Agentur für Arbeit. Dort sind die Berater immer so freundlich, dass ich mich manchmal frage, ob ich mich im Gebäude geirrt habe. Sie waren bisher ausnahmslos gut gelaunt und sogar zu Scherzen aufgelegt. Dann sagen sie mir Sätze wie “das erledigen wir alles für Sie” oder “in spätestens einer Woche ist das bearbeitet”. Ich muss ehrlich zugeben, dass das an meinen jahrelang kultivierten Vorurteilen kratzt.

Dann der zweite Schock. Als Schwabe weiß ich, dass alles seinen Preis hat. Dann muss ja was dran faul sein an der kostenlosen Beratung im Gründerbüro (Rathaus). Aber ich komme aus der einstündigen Beratung raus und stelle fest, dass alle meine Fragen kompetent beantwortet wurden und meine Erklärung zur Tragfähigkeit unterschrieben wurde. Und ich bin sogar Paternoster gefahren! Was man nicht so alles erlebt, als Existenzgründer.

Dann sind da noch die KfW, die Gründerinnen-Agentur und die Senioren, die gerne Junioren helfen würden. Sogar meine Eltern wollen mir helfen!

Aber es gibt sie auch, die Helfer, die einem nur Zeit und Nerven rauben. Da wäre zum Beispiel das  Softwarepaket vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für Gründer und junge Unternehmen zum Erstellen von Businessplänen. Auf der Messe für Existenzgründer (NewCome) habe ich die CD mitgenommen, nur um dann zuhause festzustellen, dass mein CD-Laufwerk kaputt ist. Na super. Also habe ich auf dem Existenzgründerportal des BMWi danach gesucht - aber leider nicht gefunden. Zumindest nicht innerhalb einer Minute und das ist meine persönliche Frusttoleranz für die Suche nach Informationen auf einer Webseite. Als ich die Software dann doch gefunden und installiert habe, habe ich festgestellt, dass Usability bei der Realisierung echt nicht großgeschrieben wurde. Beim Textteil des Businessplans konnte ich das noch verschmerzen. Aber beim Finanzteil ging dann gar nichts mehr. Voller Bugs und viel zu kompliziert. Also (das klingt jetzt nach einer schnellen Entscheidung, aber tatsächlich habe ich ein paar Stunden an meiner Frusttoleranz gearbeitet) die Liquiditätsplanung für die nächsten 3 Jahre einfach mal kurz selbst ins Excel reingehackt.

Lessons learned: Hilfe kann manchmal ganz nett sein. Selbermachen schon oft Nerven.

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