Skip to Content Skip to Search Go to Top Navigation Go to Side Menu


Archive for August, 2009


“Und, was machst du jetzt?”


Saturday, August 8, 2009

Auto einladen, den Stuttgarter Kessel hochfahren, Bruder und seine Freundin abholen, nach Bamberg fahren, im Hotel einchecken, schnell schick für die Hochzeit der Cousine x-ten Grades umziehen und dann feststellen, dass wir noch über eine Stunde Zeit haben bis zur kirchlichen Trauung. Tja, was machen wir nun? Ach, vor dem Hotel gibt es einen KIK. Wir vier also in Abendgarderobe (ich im Abendkleid) rein ins KIK und uns umgeschaut. Wir waren schließlich noch nie im KIK-Wunderland und hey, da gibt es nicht nur Klamotten, sondern auch Pustefix-Derivate. Davon gleich mal 4 Stück für die Hochzeit mitgenommen. Mein Bruder hat da sogar einen Tennisschläger gefunden. Apropos mein Bruder: Bei diesem Ausflug ins KIK-Wunderland habe ich ihn ein bisschen besser kennengelernt und festgestellt, dass er ein Mensch ist, der Klamotten ohne Anprobieren kauft. Unfassbar aber wahr. Sein Spruch zum neuen Batman-Shirt: “das ist doch Größe M. Was soll denn da nicht passen?”.

Aber das nur nebenbei. Bei der Hochzeitsparty wurde es dann richtig lustig. Einige Familienmitglieder sehe ich nur alle paar Schaltjahre, deshalb ist eine der ersten Fragen die ich beantworten darf/muss immer “und, was machst du jetzt?”. Meistens mit Betonung auf “jetzt”. Ich so: “ich bin selbständig”. Mein Gegenüber zögert. Selbständigkeit scheint also auch in diesem entlegenen rumänischen oder ungarischen Zweig der Familie sehr unüblich zu sein. Nächste Frage: “Mit was hast du dich denn selbständig gemacht?”. Ich so: “Marketing”. Er so: “Und damit kann man sich selbständig machen?”.

“JAHA, VERDAMMT NOCHMAL!” - hätte ich noch vor einigen Monaten gedacht (und vielleicht auch gesagt). Damals habe ich mich ein bisschen auf den Schlips getreten gefühlt, wenn jemand mich sowas gefragt hat. Der Selbständige muss halt nicht immer Anwalt, Journalist oder Ingenieur sein. Auch der gemeine beratende Betriebswirt kann sich in die Reihe der Selbständigen einreihen. Mittlerweile bin ich da ein bisschen entspannter. Steter Tropfen höhlt den Sympatexter.

Etwas zu wenig Aufdringlichkeit kann dem Geschäft auch schaden


Saturday, August 8, 2009

Jetzt habe ich also aus diversen Gründen eine Versicherung bei der großen deutschen Versicherung gekündigt. Und ich kriege fünf Sätze von denen geschickt: Begrüßung, Kündigung erhalten, fristgerecht, wir danken für das entgegengebrachte Vertrauen, mit freundlichen Grüßen. Das wars.

Gab es da nicht mal so etwas wie Customer Retention? Und gehört da normalerweise nicht auch der Kündigungsprozess dazu?

Kein Anruf von freundlichen und unaufdringlichen Callcenter-Mitarbeitern wieso und weshalb ich denn gekündigt hätte. Nicht mal ein Fragebogen. Gar nichts. Ich hätte meine Gründe genannt. Und wer weiß, vielleicht hätten sie gute Argumente und Angebote vorgebracht und mich umgestimmt. Man hätte es ja mal versuchen können. Selbst wenn solche Aktionen nur eine Handvoll Kunden wieder zurückholen, lohnt sich das finanziell gesehen. Und aus allen anderen Fällen kann man für die Zukunft lernen. Aber womöglich falle ich gar nicht ins Beuteschema oder ich war kein aussichtsreicher A-Kunde. Oder es gibt tatsächlich Unternehmen, denen es so gut geht, dass es sie gar nicht interessiert, warum Kunden ihr Vertragsverhältnis kündigen. Wenn ich ein Unternehmen hätte, würde es mich in guten wie in schlechten Zeiten brennend interessieren, warum mich meine Kunden verlassen und entsprechend reagieren.

Aber ich bin ja auch ein hoffnungsloser Idealist.