Das wirklich Besondere an der re:publica 2010 in Berlin waren nicht die Workshops oder die Vorträge denen ich gelauscht habe. Die waren zweifelsohne teilweise sehr interessant. Sondern die Tatsache, dass ich am ersten Abend der re:publica eine sehr seltsame Email im Postfach hatte: Meine Mutter sei jetzt auch bei Facebook.
Facebook ist jetzt wohl definitiv bei der Generation 60+ angekommen, auch wenn einige Silver Surfer beim Ankommen die Hilfe ihrer webzweinulligen Kinder benötigen. Diese Sache lässt mir keine Ruhe. Ich frage mich: Was passiert, wenn Eltern die Freunde ihrer Kinder sein wollen? Und wie reagiert meine Mutter, wenn ich sie nicht als Freundin hinzufüge? Nicht, dass ich das wirklich in Erwägung gezogen habe, ich weiß schließlich, dass ihr Interesse an dieser Plattform höchstens marginal vorhanden ist. Aber dennoch. Irgendwie seltsam. Pflichtbewusst habe ich sie hinzugefügt. Nur, um drei Wochen später auch noch meinen Vater als Freund hinzuzufügen.
Zwischen diesen zwei für mich historischen Freunde-Hinzufügen-Aktionen gab es bei einem Familienfest eine interessante Diskussion: Meine Cousine hat sich mit meiner Tante darüber unterhalten, dass sie (die Mutter) sich doch bitte nicht bei Facebook anmelden solle. Das sei ihr Revier (also, das meiner 21jährigen Cousine). Die Mutter, aufgestachelt von diesem Widerwillen, hat sich erst recht für Facebook interessiert aber gleichzeitig schon alleine vom Erzählen der Anmeldeprozedur abtörnen lassen. Sie hat in ihrem ganzen Leben noch nie vor einem Computer gesessen. Tja. Da wäre es auch eine Überdosis, gleich mit Facebook anzufangen.
