Heute vor einem Jahr war es offiziell: Ich habe mich mitten in der Wirtschaftskrise selbständig gemacht. Ich erinnere mich noch an diverse Behördenmarathonläufe, wie ich meine Steuernummer beantragt habe und wie spannend die ersten Rechnungsstellungen waren (uargh, ich brauche ein Briefpapier! Durchlaufende Nummerierung - ok - aber mit Jahreszahl oder ohne, zwei- oder dreistellig? Wie stelle ich eine Rechnung ins Ausland?).
Dass alles gut werden würde, wollen jetzt natürlich alle gewusst haben ;-) Deshalb ein Hoch auf die Vitamine A bis F:
Alumni - Leute mit denen man zur Schule gegangen ist, Praktika gemacht oder studiert hat sind später vielleicht genau diejenigen, mit denen man später gemeinsam im Büro sitzt und tolle Projekte macht. Gute Leute sollte man sich deshalb warmhalten, gell Merja ;-)
Bekannte - sogenannte Weak Ties. Es ist immer gut, viele Bekannte zu haben. Denn es gibt immer jemanden, der jemanden kennt, der gerade einen Sympatexter braucht.
Connections - Strong Ties in die Branche. Diese Connections werden jahrelang aufgebaut, gehegt und gepflegt. Deshalb können ein paar Jahre Festanstellung vor der Selbständigkeit nicht schaden.
Dunstkreis - es kann sehr sinnvoll sein, verschiedene Bekanntenkreise zu haben. Es ist toll, neue Leute kennenzulernen, man erweitert seinen Horizont und ganz nebenbei arbeiten Netzwerkeffekte und die Kraft der Statistik für einen im Hintergrund (siehe: Bekannte). Bei mir sind es z.B. die Montags-Sneak-Runde, die Stuttgarter Web2.0-Gemeinschaft, Ex-Kollegen mit denen man sich einmal pro Quartal auf ein Bier/Mineralwasser trifft, die Leute vom Co-Working und der bunte Haufen vom Ungarischen Club.
Erklärbär - ein Mentor kann nie schaden, gerade am Anfang. Ich habe einen langjährigen Selbständigen in meinem Bekanntenkreis dazu auserkoren, die ganzen dummen und schlauen Fragen zu beantworten, die man als Anfänger so hat. Er war der Meinung, dass man 9 von 10 Fehlern gerne durch die Erfahrung Anderer vermeiden darf. Einige sollte man dagegen schon selber machen, dann lernt man’s besser.
Familie - Unglaublich, aber wahr: Durch meinen Bruder habe ich einen meiner ersten Aufträge bekommen (danke, Michael!). Man sollte sich nicht zu schade sein, jedes Familienmitglied schamlos als Akquise-Vertreter zu instrumentalisieren ;-)
Heute Abend werde ich in einer ruhigen Minute meinen Businessplan von damals herauskramen und einen Abgleich mit der Realität vornehmen. Ich habe so das Gefühl, das könnte lustig werden.