Die beste Akquise für Selbständige? Leicht gefunden werden!

Immer wieder (oder noch öfter!) höre ich von Anderen, ich sei doch Freelancer, also müsse ich mehr Akquise machen! Denn Akquise machen, kann man nie genug! Gerade in guten Zeiten, damit schlechte Zeiten gar nicht aufkommen!

Die traurige Wahrheit ist: Akquise funktioniert nicht. Zumindest nicht bei mir. Soweit ich mich erinnern kann, war keiner meiner Versuche, auf potentielle Auftraggeber oder Agenturen direkt zuzugehen, von Erfolg gekrönt. Trotzdem habe ich Aufträge. Wie konnte das passieren? In meinem Fall, und ich denke, für sehr, sehr viele Freelancer im kreativen Bereich, heißt die Lösung: Das eigene Netzwerk – in verschiedenen Abstufungen bzw. Geschmacksrichtungen:

Frühere Kollegen: Vor meiner Selbständigkeit war ich angestellt. Dort habe ich also schon zahlreiche Kontakte oder gar Freundschaften knüpfen können. Diese Freunde wechseln alle paar Jahre die Agenturen und bei Bedarf erinnern sie sich an mich. So bewege ich mich, langsam aber sicher, durch die Agenturen Stuttgarts. Berufliche Freundschaften zu hegen und zu pflegen, kann sich also auch auf dem Konto bemerkbar machen.

Der enge Kreis: Noch bessere Empfehlungsmotoren als Kollegen von früher sind andere Selbständige. Manchmal passiert es, dass sich ein ehemaliger Kollege selbständig machen will. Ich bin dann gerne zur Stelle und helfe z.B. mit meinem alten Businessplan von damals aus (über den wir uns dann herzhaft totlachen) oder mit Ratschlägen, Tipps, kostenlosen Texten für die eigene Homepage und dem Vermitteln von einem guten Steuerberater und ersten Aufträgen. Und wenn ich eine Anfrage erhalte, die ich selbst nicht bewältigen kann (z.B. irgendwas mit Video, High-End-SEO, Grafik-Design etc.), dann versuche ich erst mal, jemanden in meinem Netzwerk zu finden, bevor ich ablehne. Manchmal, je nach Auftragslage, bin ich regelrecht eine kleine Personalvermittlung. Aber auch das lohnt sich, denn ich weiß: Je erfolgreicher mein Netzwerk, umso erfolgreicher bin ich selbst.

Das diffuse Netzwerk: Manchmal sind es Leute, die mit Marketing überhaupt nichts am Hut haben oder die sogenannten „Weak Ties“ über die ein Job seinen Weg zu mir findet. Mal sind es meine Brüder, die mich irgendwo empfehlen oder Freunde von früher, die ich schon ewig nicht mehr gesehen habe. Oder Bekanntschaften aus dem Webdunstkreis in Stuttgart. Oder meine Mutter. Oder Nachbarn. Oder oder oder. Es schadet also nicht, wenn alle Leute in meiner Familie, meinem Freundes- und Bekanntenkreis wissen, was ich mache. Und zudem schadet es nicht, wenn man möglichst viele Freundes- und Bekanntenkreise hat, die sich im Idealfall nicht oder kaum überschneiden. Denn die haben wiederum viele neue Kontakte usw. Also, raus in die Welt und raus aus der eigenen Werber-Bubble!

Profile, Webseite, Social Media und SEO: Ohne eine gute Webseite und ein gepflegtes Xing-Profil geht nichts. Denn wenn ich schon das Glück habe, von jemandem empfohlen zu werden, schaut sich derjenige meistens erst mal im Internet nach mir um. So bekomme ich sehr viele Anfragen über Xing, obwohl die Person nicht über Xing auf mich aufmerksam wurde. Ich kann jedem Selbständigen nur empfehlen: Bevor ihr euch über die Gestaltung von Visitenkarten den Kopf zerbrecht, legt euch erst mal eine gute Homepage und Profile auf Xing und LinkedIn zu. Weitere Portale wie Freelancer.de, Das Auge, Gulp und wie sie alle heißen, erleichtern das Gefundenwerden. Auch, wenn der Anfangsaufwand, ein Profil mit Arbeitsproben zu erstellen, manchmal recht hoch erscheinen mag (um mein Profil auf Free-Lancer.eu zu erstellen, habe ich fast einen ganzen Tag gebraucht) – es lohnt sich! Wenn man dann noch über seinen Job bloggt, facebookt oder twittert, erhöht man seine Sichtbarkeit vor allem in seinem diffusen Netzwerk enorm.

Und fertig ist die Akquise-Strategie. Wenn dieser Empfehlungsmotor erst mal angelaufen ist, dann kommt auch kontinuierlich Nachschub – außer vielleicht im Sommerloch oder rund um Weihnachten. Aber als Selbständiger kann man diese Zeit immerhin produktiv nutzen: Mit Weiterbildung, spontanem Urlaub oder dem Pflegen von Freundschaften :-)

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