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Eine Woche Rumänien


Sunday, July 18, 2010

7 Tage Urlaub vom Internet, Web 2.0 und ASAPs.

Willkommen in einem Land, in dem man für eine Bahnfahrt von 150 Kilometern Länge mehr als 3 Stunden braucht. Wo man auf einer Bundesstraße alle paar Kilometer ein 2-PS-Gefährt überholen muss.

Es gibt wohl keinen perfekten Zeitpunkt dafür, wann das Handy kaputt gehen darf. Aber gibt es einen schöneren Ort als diesen, um als Handy sein Leben auszuhauchen?

Ich habe noch nie zuvor einen Urlaub derart wenig geplant. Ich wusste nur, wo ich meinen Fuß zuerst auf Rumänischen Boden setzen, welche Städte ich gerne sehen und von wo ich wieder Richtung Heimat aufbrechen werde.

Faszinierend, wie sich aus diesen losen Puzzleteilen ein aufregender und zugleich entspannter Urlaub zusammengefügt hat. Das lehrt eine gewisse Lässigkeit für den Alltag.

Auch diesmal habe ich mir Gedanken gemacht, ob der Urlaub meinen Arbeitsflow stören würde. Dass ich dann gleich wieder in eine 5-Tage-Woche gerutscht bin, hat mich dann doch irgendwie beruhigt.

Oh Flickr, my love


Thursday, June 24, 2010

Ich bin ja ein ganz großer Fan von Flickr. Knapp 16.000 Bilder habe ich dort in den letzten Jahren schon hochgeladen und ich frage mich, ob es bei 20.000 oder 50.000 Bildern mal einen Orden gibt. Flickr hat ja immer so nette Kleinigkeiten, die es einem ganz kribbelig ums Herz machen. Jetzt hat Flickr die Einzelansicht der Fotos überarbeitet. Und um den Usern die Veränderungen kurz zu erklären, gibt es eine fünfteilige “Quick Tour” in der die neuen Features erklärt werden. Und Punkt 5 ist… nun ja… eine ganz besonders charmante Art “Tschüs” bzw. “Bye now” zu sagen: Ein Panda der ins Bild springt. Einfach so. Eine Überraschung. Ohne Grund. Und deshalb ganz wunderbar.

Flickr Panda

Flickr Panda

Ich stelle mir gerade vor, wie der Lebenszyklus dieser Idee in einem deutschen Unternehmen gewesen wäre: Kurz und schmerzlos: Ein Panda? Warum? Wie sinnlos! Die Idee wäre wohl gestorben, bevor sie überhaupt so richtig das Licht der Welt erblickt hätte.

Selbständig aus Verzweiflung?


Thursday, June 24, 2010

Spiegel Online schreibt, Deutsche hätten sich 2009 vor allem aus Verzweiflung selbständig gemacht: “Zum ersten Mal seit 2003 haben im vergangenen Jahr wieder mehr Menschen in Deutschland den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. (…) Der Anstieg ist laut Studie zu großen Teilen auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen. So war jeder fünfte Unternehmensgründer zuvor arbeitslos.”

Willkommen im Club. Ich war 2009 zwar nicht verzweifelt, aber dank Wirtschaftskrise ein paar Wochen arbeitslos. Und da ich immer schon mal das Abenteuer namens Selbständigkeit wagen wollte, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und meinem freundlichen Berater beim Arbeitsamt meinen Plan geschildert. Er nur so (sinngemäß): “Was? Jetzt?”

Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. “Rund ein Viertel der Gründungen sei nach spätestens drei Jahren wieder verschwunden. Besonders oft treffe es die Kleinstgründungen.” Das heißt doch, dass drei Viertel der Gründungen nach 3 Jahren immer noch laufen. Und das restliche Viertel ist vielleicht wieder in den sicheren Hafen des Angestelltendaseins eingekehrt. Insofern: alles easy.

Webmontag


Monday, June 7, 2010

Sneak oder Webmontag? Ach, gehen wir doch endlich mal wieder seit einer gefühlten Ewigkeit zum Stuttgarter Webmontag. Die Statistiken, so far: 1 wunderbar funktionierendes WLAN, 2 iPads, 3 Themen, 18 Männer, 3 Frauen.

Harald spricht über den Micropayment-Dienst Flattr

Ein Tag im Büro


Wednesday, June 2, 2010

maus-und-igel

Happy Selbständigkeits-Birthday to me! Meine liebe Bürogenossin Merja hat mich heute morgen zur Feier des gestrigen Tages gleich mal lecker empfangen. Sie nahm die Maus, ich durfte mich am Igel satt essen.

Ja, so fängt ein Bürotag gleich angenehm an.

Ein Tag im Büro

Selbst, wenn, wie am Monatsanfang üblich, die Steuern auf dem geistigen Speiseplan stehen.

steuern_mai2010

Als Selbständiger ist man ein bisschen mehr geneigt, mit seinem Geld sinnvoll umzugehen. Man hat ja schließlich am Monatsende nicht automatisch ein regelmäßiges Gehalt auf dem Konto. Deshalb versucht man, überall ein bisschen Geld zu sparen. Man geht gemeinsam in eine Bürogemeinschaft, man versucht sich gegenseitig regelmäßig davon abzuhalten, jeden Mittag essen zu gehen und man hat die gleiche Steuer-Tante. Merja nennt es praktisch. Mein BWL’er-Herz nennt es Synergieeffekt. Das spart nämlich jeden Monat eine Briefmarke, weil Merja und ich uns damit abwechseln, unsere Steuerunterlagen zu Fuß wegzubringen. Ja, man muss auch in kleinen Maßstäben denken können (yeah, eine Briefmarke gespart!) auf dem Weg zur ersten Million.

Happy Birthday to my Selbständigkeit


Tuesday, June 1, 2010

Heute vor einem Jahr war es offiziell: Ich habe mich mitten in der Wirtschaftskrise selbständig gemacht. Ich erinnere mich noch an diverse Behördenmarathonläufe, wie ich meine Steuernummer beantragt habe und wie spannend die ersten Rechnungsstellungen waren (uargh, ich brauche ein Briefpapier! Durchlaufende Nummerierung - ok - aber mit Jahreszahl oder ohne, zwei- oder dreistellig? Wie stelle ich eine Rechnung ins Ausland?).

Dass alles gut werden würde, wollen jetzt natürlich alle gewusst haben ;-) Deshalb ein Hoch auf die Vitamine A bis F:

Alumni - Leute mit denen man zur Schule gegangen ist, Praktika gemacht oder studiert hat sind später vielleicht genau diejenigen, mit denen man später gemeinsam im Büro sitzt und tolle Projekte macht. Gute Leute sollte man sich deshalb warmhalten, gell Merja ;-)

Bekannte - sogenannte Weak Ties. Es ist immer gut, viele Bekannte zu haben. Denn es gibt immer jemanden, der jemanden kennt, der gerade einen Sympatexter braucht.

Connections - Strong Ties in die Branche. Diese Connections werden jahrelang aufgebaut, gehegt und gepflegt. Deshalb können ein paar Jahre Festanstellung vor der Selbständigkeit nicht schaden.

Dunstkreis - es kann sehr sinnvoll sein, verschiedene Bekanntenkreise zu haben. Es ist toll, neue Leute kennenzulernen, man erweitert seinen Horizont und ganz nebenbei arbeiten Netzwerkeffekte und die Kraft der Statistik für einen im Hintergrund (siehe: Bekannte). Bei mir sind es z.B. die Montags-Sneak-Runde, die Stuttgarter Web2.0-Gemeinschaft, Ex-Kollegen mit denen man sich einmal pro Quartal auf ein Bier/Mineralwasser trifft, die Leute vom Co-Working und der bunte Haufen vom Ungarischen Club.

Erklärbär - ein Mentor kann nie schaden, gerade am Anfang. Ich habe einen langjährigen Selbständigen in meinem Bekanntenkreis dazu auserkoren, die ganzen dummen und schlauen Fragen zu beantworten, die man als Anfänger so hat. Er war der Meinung, dass man 9 von 10 Fehlern gerne durch die Erfahrung Anderer vermeiden darf. Einige sollte man dagegen schon selber machen, dann lernt man’s besser.

Familie - Unglaublich, aber wahr: Durch meinen Bruder habe ich einen meiner ersten Aufträge bekommen (danke, Michael!). Man sollte sich nicht zu schade sein, jedes Familienmitglied schamlos als Akquise-Vertreter zu instrumentalisieren ;-)

Heute Abend werde ich in einer ruhigen Minute meinen Businessplan von damals herauskramen und einen Abgleich mit der Realität vornehmen. Ich habe so das Gefühl, das könnte lustig werden.

Re:publica 2010 - oder - Meine Mutter ist jetzt auch auf Facebook


Tuesday, May 11, 2010

Re:publica 2010

Das wirklich Besondere an der re:publica 2010 in Berlin waren nicht die Workshops oder die Vorträge denen ich gelauscht habe. Die waren zweifelsohne teilweise sehr interessant. Sondern die Tatsache, dass ich am ersten Abend der re:publica eine sehr seltsame Email im Postfach hatte: Meine Mutter sei jetzt auch bei Facebook.

Facebook ist jetzt wohl definitiv bei der Generation 60+ angekommen, auch wenn einige Silver Surfer beim Ankommen die Hilfe ihrer webzweinulligen Kinder benötigen. Diese Sache lässt mir keine Ruhe. Ich frage mich: Was passiert, wenn Eltern die Freunde ihrer Kinder sein wollen? Und wie reagiert meine Mutter, wenn ich sie nicht als Freundin hinzufüge? Nicht, dass ich das wirklich in Erwägung gezogen habe, ich weiß schließlich, dass ihr Interesse an dieser Plattform höchstens marginal vorhanden ist. Aber dennoch. Irgendwie seltsam. Pflichtbewusst habe ich sie hinzugefügt. Nur, um drei Wochen später auch noch meinen Vater als Freund hinzuzufügen.

Zwischen diesen zwei für mich historischen Freunde-Hinzufügen-Aktionen gab es bei einem Familienfest eine interessante Diskussion: Meine Cousine hat sich mit meiner Tante darüber unterhalten, dass sie (die Mutter) sich doch bitte nicht bei Facebook anmelden solle. Das sei ihr Revier (also, das meiner 21jährigen Cousine). Die Mutter, aufgestachelt von diesem Widerwillen, hat sich erst recht für Facebook interessiert aber gleichzeitig schon alleine vom Erzählen der Anmeldeprozedur abtörnen lassen. Sie hat in ihrem ganzen Leben noch nie vor einem Computer gesessen. Tja. Da wäre es auch eine Überdosis, gleich mit Facebook anzufangen.

Vorfreude auf die re:publica 2010


Tuesday, April 13, 2010

Es kommt mir vor, wie in einem anderen Leben, als ich mein Early-Bird-Ticket für die re:publica 2010 bestellt habe. Einfach so, aus einer Laune heraus, nachdem mich Hendrik gefragt habe, ob ich nicht Lust hätte, mal wieder nach Berlin zu fahren. Ja, warum eigentlich nicht? War ja erst November und der April 2010 erschien so fern. Und jetzt ist es Dienstag Abend, Rozana und ich sind fünfeinhalb Stunden nach Berlin gefahren und morgen gehts schon los.

der_abend_vor_der_republica

Und das Schlimmste: Wir haben uns noch nicht entschieden, welchen Vorträgen wir lauschen wollen. Auf dem Fantasy Film Fest konnte man sich teilweise schon schwer entscheiden, welche Filme man schauen wollte - und da kamen immer nur zwei gleichzeitig. Tja, und auf der re:publica sind es teilweise 8 Veranstaltungen, die parallel laufen.

New York, New York


Tuesday, March 23, 2010

New York

Dem Auftragskiller Nummer 1 gefrönt: Urlaub. Schön wars. Schön war auch bei meiner Rückkehr das Willkommensgeschenk im Briefkasten: Die Weitergewährung meines Gründungszuschusses in Höhe von 300€ für ein halbes Jahr. Apropos. Ich habe mich in New York mit ein paar jungen Computerfutzis unterhalten:

- Gibt es hier in den USA irgendeine Förderung für Leute, die sich selbständig machen wollen?

- Du meinst Venture Capital?

- Nein, irgendwas staatliches.

- Muahahaaahahaaaa. Haha.

Ich fasse das mal als ein Nein auf.

Das Märchen von der freien Zeiteinteilung


Wednesday, March 3, 2010

Meine Rumänischlehrerin meint, es sei doch für mich als Selbständige wahrscheinlich gar kein Problem, den VHS-Kurs von dienstags 19:30 auf montags 18:00 Uhr zu verlegen.

Meine Freunde fragen mich, ob ich es nicht total genieße, selbständig zu sein, weil ich jetzt ja quasi meine eigene Herrin sei und selbst entscheiden könne, wann ich arbeiten wolle.

Meine Cousine meint am Telefon, ich hätte jetzt ja so ein entspanntes Leben, weil ich mir als Selbständige meine Arbeitszeit frei einteilen kann. Ich frage sie, ob sie das als Hausfrau und Mutter dreier Kinder auch könne. Nein, natürlich nicht, sie hätte ja so viele Termine.

Tja. Ich auch.

In den letzten Wochen ist mir diese Sichtweise häufig über den Weg gelaufen. Bei vielen anderen Selbständigen mag es zutreffen, dass sie über ihre Arbeitszeit selbst entscheiden können - bei mir ist das eher nicht so. Einige meiner selbständige Freunde arbeiten fast ausschließlich für Endkunden und sind daher im Home-Office. Ich arbeite oft in oder für Agenturen. Dann heißt es, morgens um 9 Uhr auf der Matte stehen und dann bis mindestens 18 Uhr arbeiten. Da ist dann nix mit freier Zeiteinteilung - außer, dass ich vielleicht noch entscheiden kann, an welchem Tag ich in welche Agentur gehe.

Wenn ich frei über meine Arbeitszeit entscheiden könnte, würde ich wohl eher abends oder nachts arbeiten. 80 % meiner Hausarbeiten und Diplomarbeit sind im Dunkeln entstanden. Fürs Arbeiten an Tageslicht brauche ich manchmal etwas extrinsische Motivation, wie z.B. einen Termin um 9 Uhr. Und selbst wenn ich Jobs habe, die ich im Home-Office erledigen kann, kann ich trotzdem nicht in meinen geliebten Eulen-Zyklus verfallen, weil ich am nächsten Tag bestimmt wieder einen Termin um 9 Uhr habe. Und nur vier Stunden Schlaf sind irgendwie uncool.