Die 5 größten strategischen Fehler meiner Selbständigkeit - und was ich daraus gelernt habe | Sympatexter

Die 5 größten strategischen Fehler meiner Selbständigkeit – und was ich daraus gelernt habe

Im Machen von Fehlern bin ich echt eine Expertin. Und so wie man ja angeblich nie auslernt, höre ich nie auf, Fehler zu machen. Der große Vorteil vom Fehlermachen: man lernt so unglaublich viel! Also, let’s go:

  1. Meine Diplomarbeit, die ich 2006 zu einem damals brandheißen Thema verfasst habe (VIRUSMARKETING!), habe ich jahrelang einfach so zum freien Download angeboten – und nicht als Freebie. Ich habe keine Email-Adressen gesammelt – leider! Ich hatte das zwar als Option im Kopf, aber ich dachte mir: ach, das ist doch für mich nicht relevant, ich bin ja schließlich angestellt. Und als ich 2009 selbständig wurde, habe ich dann gar nicht mehr daran gedacht. Jetzt, Ende 2018, ist es vielleicht tatsächlich zu spät, um das noch als Freebie anzubieten 😀
  2. Ich war jahrelang komplett inaktiv auf Facebook und Instagram. Februar 2016 bis Dezember 2017 war ich komplett offline bei Instagram. Bei Facebook waren es ca. 2,5 Jahre Offline-Zeit. In dieser Zeit hatte ich keine Social-Media-Apps auf meinem Smartphone und wollte von diesem ganzen Blabla nichts wissen. 2018 jedoch fing ich wieder an, in den sozialen Medien aktiv zu werden. Denn ich wusste: wenn ich mit Onlinemarketing irgendwie Erfolg haben will, brauche ich Facebook. Das hatte zur Folge, dass ich Anfang 2018 mit 75 Fans auf Facebook und, ich weiß nicht mehr, 100 Fans oder so bei Instagram gestartet habe. Lustigerweise habe ich genau in dieser Offline-Zeit meine größten Social-Media-Kampagnen entwickelt wie z.B. „Die fröhliche Drei-pack-ich-keit“ für congstar
  3. Ich habe sehr spät von Stundensätzen auf Paketpreise umgestellt. Das Problem mit Stundensätzen ist u.a. dass ich Effizienzgewinne nicht einpreisen kann. Wenn ich also mit der Zeit immer besser und schneller werde, kann ich weniger Zeit dafür berechnen. Dann muss man natürlich den Stundensatz erhöhen, aber früher oder später kriegen die Leute einen Herzinfarkt, wenn sie einen dreistelligen Stundensatz hören. Dass ich dann aber z.B. nur die Hälfte der Zeit brauche, um etwas zu machen, kriegen sie dann schon gar nicht mehr mit weil: Herzinfarkt. Und ich bin jetzt auch nicht der Typ, der dann halt doppelt so viele Stunden bei einem niedrigen Stundensatz abrechnet.
  4. Ich habe jahrelang nicht gebloggt. Ok, das stimmt nicht ganz, denn ich habe noch ab und zu Wortspiele unter „Wort des Tages“ veröffentlicht. Und manchmal habe ich Arbeitsbeispiele gebloggt. Aber das war eher so Content und nicht wirkliches Bloggen. Über die Gründe kann ich rückwirkend nur spekulieren: in meinem Umfeld haben viele ihr Blog eingemottet und irgendwie sind mit meine Themen abhanden gekommen, das Thema Kinder und Familie hat mich einfach irgendwann komplett verschlungen. Ich war auch nicht der Typ, der jetzt ein Elternblog führen wollte. Und: je länger man nicht mehr bloggt, umso schwerer fällt es, wieder einzusteigen. Das Aufhören mit dem Bloggen bedaure ich wirklich am allermeisten von meinen strategischen Fehlern. Denn wenn ich mir meine ganz frühen Blogartikel durchlese, ist es wie eine tolle Zeitreise. Ich freue mich über all diese kleinen Perlen und finde es schade, dass ich über einen Zeitraum von ca. 5 Jahren keine dieser Momentaufnahmen mehr habe. Und welches Content-Arsenal könnte ich heute haben, wenn ich nicht aufgehört hätte? Aber egal. Denn aus Bedauern entsteht nichts.
  5. Mein persönlicher Favorit: wir schreiben das Wintersemester 2017. Ich stelle den Studenten an der HfK ihre Seminararbeit im Fach Werbetext vor: eine eigene Webseite erstellen inkl. Über-mich-Seite, Portfolio und Claim. Ich zeige ihnen dann meine Webseite, um zu erklären, wie so ein Portfolio aufgebaut sein kann, wie ein Startseite aussehen kann und was es mit dem Claim auf sich hat. Eine Studentin meldet sich und fragt: „Ist das Absicht, dass da im Claim ein „s“ fehlt?“ Ich drehe mich um zur Wand und schaue mir meinen Claim an, den ich jahrelang benutzt habe und stelle fest: Ich habe einen Schreibfehler in meinem eigenen Claim.

Big Regrets führen zu big Learnings:

Such dir mindestens einen Business-Gleichgesinnten, der auf einer ähnlichen Stufe ist wie du (auch „Accountability Buddy“ genannt) oder, ach, geh am besten gleich in eine Mastermindgruppe. Lass die Leute mal über deine Webseite schauen. Dann fällt auch ein Schreibfehler in deinem Claim auf 😀 Und wenn du jemals die Motivation verlieren solltest (zu bloggen, deine Projekte zu verfolgen, zu arbeiten – whatever!) wird dir deine Mastermindgruppe den Kopf waschen! Meine Mastermindgruppe nennt sich „SOMBA Momentum“ und was ich in einem Jahr Business-Coaching in SOMBA erlebt habe, kannst du hier nachlesen.

Fang jetzt sofort damit an, Email-Adressen zu sammeln. Du brauchst noch kein Freebie bzw. Lead Magneten für den Anfang. Pack einfach einen Opt-In auf deine Seite und starte damit (vergiß nicht, deine Datenschutzerklärung anzupassen).

Stelle dein Business schrittweise von einem Stundensatz auf Paketpreise um. Biete Neukunden nur noch Pakete an. So sparst du dir einen riesigen Abrechnungs-Hassle und es stärkt deine Verhandlungsposition – denn dein Kunde weiß genau, worauf er sich einlässt. Wenn du dir unsicher bist, wie teuer dein Paket sein soll, nimm den Durchschnittswert deiner letzten 3 vergleichbaren Projekte (z.B. Logo-Entwicklung oder Broschürentexte mit x Zeichen) und addiere zur Sicherheit nochmal 20 % drauf. Tadaaa: Paketpreis. Du hast das Pro-Level erreicht, wenn du deine Kunden die Paketpreise bezahlen lässt, BEVOR du mit der Arbeit anfängst. Dann sind sie auch motivierter und verschleppen keine Projekte.

Mach das was du liebst und schreibe darüber. So ziehst du genau die richtigen Leute an. Denn seit ich wieder blogge, spült mein Blog rein zufällig (?) genau die Leute in mein Leben, die ich brauche, um meine Vision umzusetzen. Und, oh, apropos bloggen: Formate machen das Leben einfacher. Fang einfach mal an mit dem Bloggen und entwickle nach und nach deine eigenen Formate. So musst du dir nicht immer wieder neu überlegen, was und wie du schreibst.

Experte sein reicht nicht, sag auch deine Meinung! So baust du deine eigene Personenmarke auf und die Leute erinnern sich an dich. Interessant ist, dass den meisten Leuten nicht deine schlauen und im Schweiße deines Angesichts recherchierten und geschriebenen How-to-Artikel im Kopf bleiben, sondern die Blogartikel, in denen du mal so richtig deine Meinung sagst 😀

Mach deine Sichtbarkeit zur Gewohnheit, denn durch die wiederholten Kontakte verankerst du dich im Kopf deiner Zielgruppe. Geh live auf Facebook – mindestens einmal die Woche. Poste jeden Tag auf Instagram (auch Stories, gelle?)! Just do it. Und überarbeite mal kurz dein Xing- und LinkedIn-Profil, es lohnt sich!

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