"Freitagslinks" - die Geschichte meines Newsletters | Sympatexter

„Freitagslinks“ – die Geschichte meines Newsletters

Wir schreiben das Jahr 2014 und ich schiebe schon seit Ewigkeiten das Thema Newsletter vor mir her. Ich will das supergerne machen, aber, ach: die Technik, keine Zeit und: die Technik. Beim BarCamp Stuttgart am 21./22. September 2014 bin ich zufällig in einer Session zum Thema Vertrieb von Ute Muendlein. Ich weiß nicht mehr, ob es dort wirklich um das Thema Newsletter ging, aber ich meine, mich an Konzepte wie „lowest hanging fruits“ und „9-Wort-Emails“ zu erinnern. Noch nie gehört, aber: geil. In dieser Session bekomme ich richtig Lust, das Thema Newsletter anzugehen. Jetzt aber wirklich! Einige Tage später setze ich mich hin, recherchiere Newsletter-Anbieter und entscheide mich für Wysija. Nach etwas mehr als zwei Stunden steht das Setup und der Newsletter ist auf meiner Webseite integriert. Ich denke mir: Und davor habe ich mich so lange gedrückt…?

Am 03. Oktober 2014 verschicke ich meinen ersten Newsletter. Ich weiß nicht mehr, an wie viele Empfänger – aber es war wahrscheinlich eine einstellige Zahl. Ich schreibe in meinem ersten Newsletter darüber, dass ich jetzt einen Newsletter habe (Newsletterception).  Ich schreibe auch über unseren neuen Amazon Fire TV Stick und zeige ein aktuelles Arbeitsbeispiel (Druckluftkompetenz). Dieser erste Newsletter heißt „Freitagslinks KW 40“.

Meine alte Newsletter-Anmeldeseite. Man beachte: damals habe ich noch gesiezt. Obwohl es eigentlich überhaupt nicht zu meinem Markenkern gepasst hat.

Wir gehen nochmal fast 10 Jahre zurück: Im Sommer 2006 habe ich meine Diplomarbeit über Virales Marketing geschrieben und habe in einer Werbeagentur als Texterin angefangen. Dort habe ich schnell gemerkt, dass meine Kollegen digital sehr interessiert waren. Also habe ich angefangen, an Freitag Nachmittagen drei Links inklusive jeweils einem kurzen Kommentar an meine Kollegen rauszuschicken. Die Themen waren neue digitale Trends, spannende Themen rund um Marketing/Online, aufregende digitale und crossmediale Kampagnen, neue Plattformen etc. Der Name der Mails: Die Freitagslinks. Meine Kollegen fanden es cool. Meine Chefs nicht so. Nach einigen Wochen habe ich eine mündliche Abmahnung bekommen. Die Begründung: Ich würde mit meinen Mails die Leute vom Arbeiten abhalten. Heute lachen meine Ex-Chefs und ich darüber 🙂

Wie das eben so ist im Leben: viele Dinge kommen in Wellen. Es ist ein ständiges Auf und Ab. Nach meiner ersten Begeisterung für Newsletter tauche ich ab in die digitale Funkstille. Diese Funkstille ergreift auch mein Blog und hält etwa 3 Jahre an. Am 08. April 2018 tauche ich mit meinem ersten richtigen Blogartikel seit Jahren wieder auf. Etwas später, im Juni 2018, schreibe ich über diese lähmende Content-Ängst und frage mich, woher sie eigentlich kommt. Und am 15. Februar 2019 reaktiviere ich die Freitagslinks. Ich habe also mehrere Jahre lang E-Mail-Adressen gesammelt, ohne die Leute regelmäßig anzuschreiben (nur bei den Launches). Egal. Augen zu und durch. In diesem ersten regulären Newsletter seit Jahren schreibe ich in der Einleitung:

das ist ja immer so eine Sache mit den Newslettern. Wir möchten ja niemanden nerven, aber wir wissen auch: eine Emailliste, die man nicht anschreibt, ist für die Katz.

Mit jeder Email, die wir an unsere Liste schicken, laufen wir Gefahr, Abmeldungen zu kassieren. Das hält viele davon ab, einen regelmäßigen Newsletter rauszuschicken. Und schicken dann nur eine Email raus, wenn sie was verkaufen möchten. Wie gut das funktioniert, kann man sich ja denken.

Mittlerweile, nach (ich zähle mal nach) 5 Launches kriege ich keinen Stich mehr in mein Texterherz, wenn sich jemand abmeldet – denn es gehört dazu.

Was auch dazugehört bei einem Texter, ist das Schreiben.

Deshalb habe ich hiermit die Freitagslinks wiederbelebt. Tadaaa!

Die Freitagslinks sind mein regelmäßiger Newsletter mit eigenen und fremden Blogartikeln und Dingen, die mir durch den Kopf gehen und die mir im Digitalen so begegnen.

Das Motto lautet: Freitagslinks – wenn sie kommen, dann freitags.

So einfach, so ehrlich, so banal kann ein Newsletter sein. Ok, da kam schon noch mehr Content dahinter, aber so viel und so weltbewegend war das jetzt nicht 😉 Von insgesamt 453 Empfängern haben sich 6 bei diesem Newsletter ausgetragen.

Seitdem schreib ich (fast) jede Woche meinen Newsletter, ganz stoisch. Ich ignoriere die Abmeldezahlen. Egal, die Anmeldezahlen sind höher. Ich stelle die Benachrichtigung aus. Kann ich echt nur empfehlen: lasst dir von deinem Newsletter-System KEINE E-Mail zuschicken, wenn sich jemand an- oder abmeldet. Ich bekomme Feedback auf meinen Newsletter. Natürlich auch mal schlechtes. Unvergessen die eine Mail, in der mir jemand mit rechtlichen Konsequenzen gedroht hat, falls ich sie weiter anschreibe. Ich weiß noch genau, wo ich war, als ich diese E-Mail gelesen habe: beim Spazierengehen mit meinem Jüngsten, kurz vor Stuttgart Schönberg. Ich denke mir nur: Den Abmeldelink zu klicken wäre doch viel einfacher gewesen, als mir diese ellenlange Mail zu schreiben. Ich entferne die Person manuell von meiner Liste und schreibe die anderen einfach weiter an. Nach einigen Monaten ergibt sich bei manchen Newslettern ein richtig intensiver Austausch. Alles wächst, ganz langsam und stetig.

Und irgendwann ist sie da: die Idee, dass mein nächster Kurs etwas mit dem Thema Newsletter zu tun haben muss. Dass das der nächste logische Schritt ist nach meinen Kursen zum Thema Claimentwicklung, Webseitentexte und Businessbloggen. Im Rahmen der SOMBA Summer School entwickle ich also im Juli 2019 meinen vierwöchigen Onlinekurs namens Newsbetter. Ich knie mich rein in die Themen Mailchimp, MailerLite & Co. Und auch hier wieder diese Feststellung: das war gar nicht so schwer, wie ich befürchtet habe (wobei ich Mailchimp immer noch unnötig kompliziert finde).

Heute gehört für mich das Schreiben meines Newsletters zu meinem ganz normalen Arbeitsablauf. Es ist einfach Teil meiner Freitage. Ich verlinke in meinem Newsletter meine und fremde Blogartikel. Wenn mir mal nichts einfällt, schreibe ich darüber, dass mir nichts einfällt (das ist ja ein großes Thema bei Kreativen). Ich schreibe über alles, was mich beschäftigt, bewegt und interessiert. Das hat mir eine große Last genommen. Denn viele neigen dazu, mit ihren Texten immer möglichst großen Mehrwert und möglichst viele und gute Informationen liefern zu wollen. Dabei lautet die Frage: was ist Mehrwert? Was ist guter Text? Ist ein guter Blogartikel immer nur ein schlauer Expertenartikel? Muss ein guter Newsletter vollgepackt mit Tipps sein? Aber die vielleicht wichtigste Frage lautet: was finde ich selbst gut, was würde ich selbst gerne lesen wollen?

Und das schreibe ich dann ganz einfach 😉

(Hier kannst du dich zu meinem Newsletter „Freitagslinks“ anmelden 🙂 )

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