Geständnis of a Sympatexter: Ich blogge nicht so oft, wie ich es selbst empfehle - und meine Ausreden | Sympatexter

Geständnis of a Sympatexter: Ich blogge nicht so oft, wie ich es selbst empfehle – und meine Ausreden

Ich motiviere meine Kursteilnehmer dazu, jede Woche einen hochwertigen Artikel zu bloggen – dabei schaffe ich das selber oft nicht. (Ok, hier stellt sich die Frage: was ist ein hochwertiger Artikel? Dazu später mehr.)

Man soll ja immer mit gutem Beispiel vorangehen, ganz egal in welchem Lebensbereich. In der Kindererziehung, im Straßenverkehr, an der Hochschule, im Job, überall – uuund natürlich auch in Onlinekursen. Da erkläre ich regelmäßig: ein Blogartikel pro Woche ist nicht so viel. Das kriegt man gut hin. Wenn man erst einmal in den Flow kommt, läuft man sogar Gefahr, viel öfter zu bloggen. Erst regelmäßiges Bloggen macht uns richtig sichtbar und bringt uns ins Gespräch. Und so weiter und so fort. Ich weiß. Ich kenne meine eigenen Argumente ja ganz gut. Ich weiß, wie wichtig es ist, jede Woche zu bloggen. Und dennoch: es gibt Wochen, da schaffe ich es selbst nicht.

Und während meine Kursteilnehmer am Wochenende ihre Blogartikel veröffentlichen und in die Kursgruppe auf Facebook posten, denke ich mir: nächste Woche.

In den letzten Monaten habe ich verschiedene Ursachen (aka Ausreden) für mein Nicht-Bloggen ausgemacht

Zeitmangel. Witzig ist, dass ich Zeitmangel als Grund, nicht zu bloggen, bei meinen Kursteilnehmern nicht gelten lasse. Aber es gibt manchmal einfach Wochen… da brennt die Hütte. Dann empfehle ich, kleine Content-Formate zu entwickeln (ich nenne sie Content-Quickies). Lieber zwei, drei, vier mal pro Woche ein Wort des Tages gebloggt als gar nichts. Ok, immerhin das mache ich regelmäßig, aber „richtiges Bloggen“ (uargh, furchtbar, sorry) bei dem ich hochwertige (also ausführliche und/oder nützliche) Blogartikel schreibe, Themen setze, persönlich schreibe und meine Meinung zeige, ist das für mich nicht.

Zeitmangel ist ein komplexes Problem, denn für einen guten Blogartikel braucht man meistens Zeit am Stück. Deshalb reicht es nicht, hier mal 30 Minuten und dort mal eine Stunde Zeit zu haben. Wenn ich nicht mindestens 2 Stunden Zeit habe, setze ich mich garantiert nicht an einen neuen Blogartikel. Selbst wenn das Schreiben insgesamt oft weniger Zeit in Anspruch nimmt, braucht aber mein Kopf die Zeit, den Text zu strukturieren und eine gute Einleitung zusammenzustellen. Dann noch ein hübsches Beitragsbild in Canva zusammenbauen. Pins für Pinterest erstellen. Das mache ich gerne alles auf einmal. Und diese Zeit am Stück freizuschaufeln, ist in manchen Wochen eine echte Herausforderung. Vor allem in Launch- oder Prüfungsphasen ist das einfach nicht drin.

Ideenmangel. Das passiert mir persönlich höchstens, nachdem ich mehrere Blogartikel in kurzer Zeit geschrieben und ein Themenfeld abgearbeitet habe. Dann kommt tatsächlich manchmal dieses Ideenloch und ich frage mich: worüber schreibe ich jetzt? Ideenmangel ist oft das Ergebnis einer zu eng gefassten Content-Strategie, wenn also das Themenspektrum eines Blogs zu klein ist und man sich damit selbst die Möglichkeit verbaut, auch mal über andere Themen zu bloggen. Das Schicksal vieler Expertenblogs. Viel öfter habe ich ja eine Idee und frage mich, ob ich das auch schreiben darf…

Ideen passen nicht zur Positionierung bzw. Content-Strategie. Ich halte Ideenmangel eher für ein vorgeschobenes Pseudo-Problem. Denn Themen gibt es eigentlich immer genug, sie ergeben sich aus unserem Berufsalltag oder aus unserem Privatleben. Nur: passen diese Ideen zur eigenen Positionierung bzw. Content-Strategie? Das Problem das ich sehe: viele Designer schreiben nur über Design, viele Texter nur übers Texten und viele XYZ-Experten nur über XYZ. Wenn die eigene Positionierung oder Content-Strategie dich regelmäßig davon abhält, zu bloggen, würde ich deine Positionierung bzw. Content-Strategie zur Diskussion stellen. Eine zu eng gefasste Content-Strategie führt in vielen Fällen zum schleichenden Tod eines Blogs.

Content-Ängst. Sie begegnet mit regelmäßig, diese nagende Unsicherheit, wenn sich Blogger fragen: ist diese Idee wirklich so geil, dass ich darüber bloggen sollte? (Ich sage bei anderen pauschal erst mal: ja. Bei mir selbst bin ich da, oh Wunder, kritischer). Oder die Frage: will ich mit diesem Thema öffentlich sichtbar werden? Eine andere Form der Content-Ängst ist die Angst, zu oft zu bloggen (was sollen nur die Leute von mir denken? Dass ich gar nicht arbeite, sondern nur blogge?). Andererseits: hat man zu selten gebloggt, fällt es schwer, wieder reinzukommen und anzufangen. Ja, auch Sympatexter hat Content-Ängst.

Mangel an Muse. Selbst wenn Zeit und Ideen vorliegen, habe ich schon erlebt, dass ich einfach keine Lust darauf habe, zu bloggen. Das passiert selbst einem Sympatexter 😀 zuletzt übrigens am vergangenen Montag. Ich saß da, hatte theoretisch den halben Tag Zeit und mindestens drei Themen, aber trotzdem war mein Kopf leer. Wenn das vorkommt, versuche ich nicht, das Schreiben zu erzwingen. Das wird garantiert ein absoluter Murks-Text. Deshalb: weg vom Schreibtisch. Ich habe dann halt meinen Kleiderschrank aufgeräumt.

Meine Empfehlungen gegen das Nicht-Bloggen:

  • Kurze Blogformate (Content-Quickies) entwickeln
  • Verschiedene Rubriken bzw. ein breiteres Themenspektrum aufmachen
  • Blog-Ideen sofort festhalten und als Entwurf anlegen
  • Regelmäßige Formate entwickeln (wie z.B. den Monatsrückblick)
  • Feste Deadlines (wie im Content-Erfolgs-Kurs: jeder Sonntag ist unsere Wochendeadline)
  • Gruppendruck

Merke: man kann eigentlich immer bloggen. Selbst wenn es nur ein Blogartikel darüber ist, dass du zur Zeit nicht bloggst 😀

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