Geständnis of a Sympatexter: Ich habe eine Mindset-Behinderung | Sympatexter

Geständnis of a Sympatexter: Ich habe eine Mindset-Behinderung

Ende März ist die Nachprüfung an der HfK für dieses Semester. Und dann ist mein 5. Semester als Dozentin abgeschlossen. Ich kann mich noch sehr gut an den Moment erinnern, als ich im Herbst 2016 auf XING von der Dekanin der Hochschule angeschrieben wurde. Ob ich nicht Interesse hätte, Dozentin für das Fach Werbetext zu werden. Mein erster Impuls war: Ich, Dozentin? Das kann ich nicht! Ich habe das schließlich nicht studiert!

Ich bin dann doch zum Gespräch gegangen und ehe ich mich versah, war ich Dozentin.

Heute weiß ich, dass meine erste Abwehrhaltung Ausdruck meiner (wie ich es nenne) Mindset-Behinderung war. Ich habe dieses Wort Ende 2018 in einem Gruppencall mit meiner Mastermind-Gruppe geprägt, beim Versuch, meinen Mindfuck irgendwie in Worte zu fassen. Eine Mindset-Behinderung ist für mich eine Gemengelage an extrem starken, negativen und belastenden Glaubenssätzen, die jemanden daran hindert, voranzukommen. Sie zeigt sich u.a. durch

  • ein ständiges Abwerten der eigenen Fähigkeiten
  • das Kleinreden der eigenen Erfolge
  • das Heraufbeschwören von Katastrophenszenarien
  • durch das mehr oder weniger offensichtliche Vermeiden des eigenen Erfolgs.

Eine Mindset-Behinderung ist extrem schädlich für die eigene Karriere, denn sie führt dazu, dass man sich nicht so viel zutraut, obwohl man im Grunde bestens qualifiziert ist. Menschen mit Mindset-Behinderung sagen z.B. Sätze wie:

  • Das kann ich nicht
  • Das ist mir eine Nummer zu groß
  • Ich habe zwar wenig Geld, dafür habe ich einen guten Charakter
  • Reiche Menschen sind korrupt
  • Erfolgreiche Menschen hatten nur Glück

Dass ich selbst eine Mindset-Behinderung habe, habe ich schon lange vermutet. Aber erst im Januar 2018 wurde es mir definitiv bewusst. Ich war bei „Sigrun Live“ in Zürich, dem Event von meinem Business-Coach. Sigrun hielt damals einen Vortrag zum Thema Mindset.

„Do you feel, you don’t belong here? Do you think that making a lot of money compromises your character? Do you ask yourself whether you are allowed to earn that much?“

Äh… ja…? Ertappt.

Ich habe gelernt: ich habe ein sogenanntes „Limited Mindset„. Besonders krass wird es, wenn jemand mit einem Limited Mindset auf eine Person mit dem genauen Gegenteil, einem Million Dollar Mindset, trifft. Mir ist das bei Sigrun Live passiert. Und ich dachte, ich bin im falschen Film. Beim nächsten Sigrun Live im September 2018 habe ich noch viel mehr über das Limited Mindset gelernt. Ich habe zum ersten Mal vom Success Thermostat (meines ist zu niedrig eingestellt), Tall Poppy Syndrome und Law of Attraction erfahren. Letztes besagt, dass unsere Umgebung und finanzielle Situation das Spiegelbild unserer alltäglichen Gedanken sind.

Ich bin mittlerweile also sensibilisiert, was die Mindset-Behinderung angeht. Und deshalb erkenne überall um mich herum mindsetbehinderte Menschen.

Wie z.B. im Dezember 2018. An Weihnachten hat ein Familienmitglied von mir gesagt: „was man in der Schule vor allem lernt, seien Fleiß und Disziplin, und das sei heute nicht mehr entscheidend für den Erfolg„. Ich konnte das aus mehreren Gründen kaum glauben, was ich da gehört habe, aber vor allem: Disziplin ist kein Erfolgsfaktor??

Ich habe gefragt: was IST denn entscheidend für Erfolg?

„Na, eine gute Idee zu haben und Glück!“

Ich persönlich bin der Meinung, auch gute Ideen zu haben, hat viel mit Fleiß und Disziplin zu tun. Denn eine gute Idee fällt nur in Einzelfällen vom Himmel. Meistens kommt eine gute Idee, wenn man intensiv an etwas arbeitet und wenn man versucht, ein Problem zu lösen. Und wenn man eine gute Idee hat, muss man sie auch umsetzen. Hierfür braucht man definitiv Disziplin. Alle erfolgreichen Menschen, die ich kenne, sind unglaublich diszipliniert und fleißig. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht so erscheinen mag (wie definieren wir Arbeit?). Und erst wenn wir die richtigen Voraussetzung schaffen, kann das Glück, das man zu einem gewissen Grad bestimmt auch braucht, erst zu etwas führen.

Ich habe festgestellt: dieses Familienmitglied hat also auch eine Mindset-Behinderung. Und nicht nur er, sondern sehr viele Menschen in meinem Umfeld sagen immer wieder Dinge wie: Träume sind Schäume! Aktien und Selbständigkeit – viel zu riskant! Eine Festanstellung ist sicher! Mein größtes Ziel ist es, mein Haus abzubezahlen. Sei doch mal realistisch! Montage sind Scheißtage. Endlich Urlaub! Nur noch 10 Jahre bis zur Rente.

Deshalb frage ich mich: wird eine Mindset-Behinderung womöglich vererbt? Kann es sein, dass wir unser Mindset in die Wiege gelegt bekommen? Und zwar nicht nur von unseren Eltern, sondern von unserer Gesellschaftsschicht, von unserer Klasse?

Ich wage die kühne Behauptung, dass sich dieses Denken reproduziert und es dazu führt, dass diese Menschen höchstwahrscheinlich niemals über ein bestimmtes Niveau hinauskommen. Dabei geht es mir gar nicht nur um das Thema Geld – aber daran kann man es eben besonders gut ausmachen, denn man kann es gut messen.

Ach ja, das liebe Geld. Das ist ja eines der Lieblingsthemen von Menschen mit Mindset-Behinderung. Sie denken: durchs Geld sparen kann ich ein Vermögen aufbauen. Ein Million-Dollar-Mindset tickt anders: sparen ist nicht entscheidend, sondern das, was reinkommt. Da kann man viel mehr ausrichten! Denn das Spar-Potential ist begrenzt. Nicht, dass man grundsätzlich nicht sparen sollte, aber: das Einnahmen-Potential ist viel größer!

Ein Beispiel aus meinem Mindset-Inferno: das zweite Sigrun Live Event im September 2018. Das Event fand im Crowne Plaza in Zürich statt. Wir hatten die Möglichkeit, direkt im Hotel zu übernachten. Für ca. 200 €. Hmm… ganz schön teuer, oder? Ich habe also ein günstigeres Hotel gebucht – für nur 70 Euro. Was habe ich tatsächlich bekommen? Ein nicht isoliertes Fenster zur lauten Straße hin und wenig Schlaf, kein Frühstück und weniger Gelegenheit zum Netzwerken. Ich weiß heute: eigentlich habe ich draufgezahlt.

Ich muss mittlerweile zugeben, dass „Mindset“ kein Bullshit-Thema ist, wie ich lange dachte. Heute weiß ich: Mindset ist ein wichtiger Erfolgsfaktor und man kann es verändern. Ist zwar nicht ganz easy, aber ich sehe schon erste Veränderungen: Dass ich nicht mehr denke „was nicht ist, kann ja noch werden“, sondern „was nicht ist, wird“. Dass ich meinen Stundensatz 2018 fast verdoppelt habe (wer bin ich, so viel zu verlangen?!). Dass es mir keinen Stich mehr verletzt, wenn sich jemand aus meiner Newsletter-Liste austrägt.

Oder dass ich an Weihnachten meinem Familienmitglied vehement widersprochen habe – obwohl ich ihm vor knapp einem Jahr vielleicht sogar noch zugestimmt hätte.

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