Ich finde es erstaunlich, wie oft das Bloggen auf der eigenen Webseite mit Postings auf Instagram gleichgesetzt wird. Gerade von vielen Coaches höre ich oft Sprüche wie: „Ich habe doch schon Instagram – warum soll ich jetzt noch bloggen?“ oder „Instagram oder Blog – ist das nicht das gleiche?“ Zunächst einmal: Content zu bloggen oder zu posten, sind zwei sehr unterschiedliche Dinge. Bloggen, das ist etwas, das wir auf unserer eigenen Webseite machen. Im besten Fall ist unser Blog „selbstgehostet“. Das bedeutet, dass wir bei einem Hoster Webspace mieten und dort unsere Webseite und unser Blog gespeichert sind. Wenn wir hingegen posten, schreiben wir Inhalte auf bestehenden Plattformen wie Facebook oder Instagram. In diesem Blogartikel stelle ich unseren eigenen Blog der Social-Media-Plattform Instagram gegenüber, mit all seinen Vor- und Nachteilen. Also: Blog oder Instagram? Let’s go:

Vorteile eines Blogs gegenüber Instagram

  1. Ein Blog ist die vielleicht beste digitale Grundlage für dein (Online-)Business: Mit deinem Blog baust du dir deine Expertenmarke auf und präsentierst dein Wissen gut strukturiert der Welt. Mit deinem Blog kannst du als Coach, Expertin und Berater:in einfacher die Grundpfeiler deines (Online-)Business aufbauen. Dazu gehört allen voran deine E-Mail-Liste. Mit Instagram alleine ist es sehr schwer, eine E-Mail-Liste aufzubauen.
  2. Mit einem Blog wirkst du professionell: Stell dir vor, du recherchierst eine Person, die du vielleicht als Coach engagieren möchtest: Wie wirkt das auf dich, wenn du bei einer Google-Suche nur ein Instagram-Profil findest? Wenn deine Zielgruppe nicht gerade Teenager der Hashtag-Generation sind, gilt als Faustformel: Eine gute Webseite, mit mindestens 10 Blogartikeln (und der neueste ist nicht älter als 4 Wochen), katapultiert dich in der Wahrnehmung mindestens 100 Plätze nach vorne. Auch heute noch assoziieren viele Leute eine Webseite mit einem „richtigen“ Business.
  3. Du wirst als Expertin gesehen und im Internet gefunden: Instagram ist nur ein winziger Ausschnitt des Internets. Es wäre schade, wenn du dich nur darauf konzentrieren würdest. Mache einfach mal den Selbsttest und google eine Frage oder sowas wie „Coach DeinOrt“: Was findest du? Sind das Insta-Postings oder Webseiten/Blogartikel? Das liegt u. a. daran, dass Suchmaschinen die Glaubwürdigkeit und Qualität von Texten daran messen, wie viele aus- und eingehende Links eine Webseite hat. Bei Instagram kannst du in deinen Postings nicht nach draußen verlinken und zudem verlinken die Leute nicht gerne auf deine Instagram-Beiträge. Das bedeutet für dich: Deine Instagram-Postings werden von Suchmaschinen wie Google nicht so gut gefunden bzw. im Ranking nach unten abgestraft. Das ist also ein dicker Minuspunkt, was Suchmaschinenoptimierung (SEO) angeht. Der große Vorteil des Bloggens ist: Da ist SEO quasi serienmäßig inklusive! SEO geschieht beim Bloggen automatisch, auch ohne dass du noch „zusätzlich“ SEO machst. Du musst einfach nur schreiben, denn gute Texte sind schon die beste Suchmaschinenoptimierung.
  4. Du findest mit einem Blog schneller Kunden: Wenn du nicht gerade Schmuck oder Mode verkaufst, ist es schwer, Kunden über Social Media zu finden. Denn die meisten Leute nutzen Social Media, um Spaß zu haben und um sich abzulenken – und NICHT, um einen Coach oder Logodesigner zu finden. Wenn sie ein Problem haben, fragen sie meistens zuerst Google. Blöd, wenn du da nicht auftauchst.
  5. Blogartikel sind zeitlos: Deine Blogartikel werden bei Google auch noch in vielen Jahren gefunden! Instagram-Postings hingegen haben eine sehr kurze Halbwertszeit: Nach ca. 2 Tagen interessieren unsere Postings kaum noch jemanden. Das ist echt schade, wenn wir bedenken, wie viel Aufwand oft in diese Postings fließt.
  6. Instagram-Postings bleiben oft oberflächlich, unsere Blogtexte hingegen gehen oft viel tiefer. Das liegt v. a. an 3 Gründen:
    • Unsere Postings erscheinen in einem Feed zwischen anderen Postings und da passen wir uns inhaltlich unbewusst an das vorherrschende Niveau an. Eigenen Aussagen zufolge fühlen sich viele damit unwohl, ihr Frühstück auf Instagram zu posten, so nach dem Motto: „Wen interessiert das?“ Und trotzdem tun es viele.
    • Postings sind vergänglich, nach 2 Tagen interessiert sich kaum noch jemand für ein Instagram-Posting. Also warum sollten wir viel Hirnschmalz und Herzblut darin investieren?
    • Die Zeichenbegrenzung: auf Instagram haben wir höchstens 2.200 Zeichen pro Posting. Da habe ich mich bei einem Blogartikel ja noch gar nicht warmgeschrieben :-D

      Der Clou ist: Erst durch das Schreiben von längeren Texten gewinnst du an Klarheit über dein Business und über dich selbst. Dadurch, dass wir beim Bloggen auf unserer eigenen Plattform schreiben, reflektieren wir viel intensiver über unsere Inhalte. Wir beantworten uns selbst viel schneller unsere eigenen Lebens- und Businessfragen. Diese Tiefe und Substanz bietet dir nur dein Blog.
  7. Bloggen macht uns viel selbstbewusster, als nur zu posten: Mit einem eigenen Blog hast du meistens auch eine eigene Webseite. Wenn du ein selbstgehostetes Blog hast, gehören dir alle Texte und Bilder, die du veröffentlichst. Du übernimmst Verantwortung für die Technik und Inhalte. Kein Algorithmus kann dir deinen Blog wegnehmen oder dein Profil sperren. Nur auf deinem Blog hast du die volle Kontrolle über das Design und bist nicht an das enge Raster von Instagram gebunden. Dieses Wissen, dass du mit deinem Blog dein eigenes digitales Zuhause hast, deinen eigenen Raum, den dir kein Algorithmus nehmen kann, führt zu einer viel selbstbewussteren Haltung. Und das wirkt sich direkt positiv auf deine Selbständigkeit und auf dein Auftreten aus.
  8. Du kannst auf deinem Blog Texte besser strukturieren, als in Instagram-Postings: Auf Instagram kannst du keine Zwischenüberschriften machen. Du kannst in Postings Texte nicht durch eine Fettung hervorheben oder Bilder zwischen Textblöcke sortieren. Selbst solche einfache Strukturierungsmöglichkeiten wie Absätze sind bei Instagram immer noch schwierig. Und dann ist da ja noch das Thema namens Querverweise: Auf deinem eigenen Blog kannst du deine Blogartikel untereinander verlinken. Bei Instagram ist es hingegen nicht möglich, frühere Postings zu verlinken, da kann man sich nur stur im Feed chronologisch nach unten scrollen. Und einen normalen Link kannst du im Text ebenfalls nicht setzen, da steht dann immer der volle Link im Text und das sieht echt hässlich aus. Für einen Ästheten, der gerne schreibt, kann Instagram daher eine echte Zumutung sein :-D
  9. Als Bloggerin hast du eine steilere Lernkurve, als wenn du nur postest: Du lernst so unglaublich viel auf deinem Weg als Bloggerin über Technik, SEO, Social Media, E-Mail-Marketing, Landingpages uuuund so weiter. Deshalb ist dein Blog das ideale Sprungbrett für den Online-Business. Ich z. B. hatte, als ich 2005 mit meinem Blog gestartet bin, keine Ahnung von der ganzen Blog-Technik. Ich habe alles auf meinem Weg gelernt :-)
  10. Mit einem Klick kannst du die Kommentar-Funktion global für alle deine Blogartikel ausschalten. Das geht auf keiner Social Media Plattform. Bei Instagram kannst du zwar die Kommentarfunktion ausschalten, aber nur einzeln für jedes Posting. Wenn du die Kommentarfunktion ausschalten möchtest (was total okay ist!), ist das auf Instagram mühsame Handarbeit.
  11. Auf deinem Blog sind nur deine eigenen Inhalte zu sehen: Du konkurrierst nicht mit Urlaubsbildern, Katzenvideos und Werbeanzeigen von Wettbewerbern. Dass du bei Instagram nur eine unter vielen bist, ist der Preis von Social Media.
  12. Bloggen ist so entspannt! Bei Instagram und Facebook beobachte ich eine Always-on-Mentalität: Wenn du viel postest, bist du im Reaktions-Modus. Wer kennt das nicht: Einmal was auf Instagram gepostet und die nächste Stunde 10-mal gecheckt, wie viele Likes und Kommentare eingingen? Zudem läufst du bei Social Media Gefahr, deine Zeit sinnlos zu verscrollen. Das alles hast du bei einem Blog nicht.
  13. Der Fokus liegt beim Bloggen auf dem Text. Bei Social Media hingegen zunehmend auf Video. Und das ist technisch anspruchsvoller. Derzeit ist auf Instagram ein substantielles Follower-Wachstum fast nur noch durch Reels (also Kurzvideos) möglich. In den letzten Jahren mussten wir auf Facebook live gehen, um noch nennenswerte Sichtbarkeit zu bekommen. Das bedeutet: Du musst Gesicht zeigen oder dich zumindest mit den Video-Features der Plattformen vertraut machen. Das liegt nicht allen! Alleine schon die Vorstellung, live zu gehen, lässt viele Leute erstarren.
  14. Bloggen ist einfach: Du hast ein Format zur Auswahl und das besteht im Grunde aus einer Headline, Text, Bildern und Links. Instagram hingegen hat überwältigend viele Formate zur Auswahl: da gibt es neben den normalen 1-Bild-Postings auch noch Karusell-Postings, Video-Postings, IGTV (hat früher noch längere Videos ermöglicht, als im normalen Feed, wurde aber mittlerweile eingestampft), Lives, Reels und Stories – und ständig ändern sich da die Features und Benutzeroberflächen. Ich finde das sehr stressig und freue mich da über meinen Blog: Im Backend sieht seit Jahren alles gleich aus und ich weiß genau, wo ich klicken muss.
  15. Die technischen Innovations-Zyklen sind beim Bloggen viel entspannter: Die Regeln für gute Blogartikel sind heute im Grunde die gleichen, wie vor 15 Jahren – als es Facebook oder Instagram noch gar nicht gab! Auf Social Media verändern sich ständig die Anforderung an gute Postings. Früher haben Linkpostings auf Facebook noch sehr gut performt, heute werden sie in den Feeds unserer Freunde kaum noch angezeigt. Dann hieß es: Macht Videos, die haben eine sehr gute Sichtbarkeit. Und dann: Macht Stories! Macht Reels! Macht dies und das! Von den oft abrupten und heftigen Algorithmus-Änderungen, die die Sichtbarkeit unserer Instagram-Postings drastisch verringern, sind wir als Blogger verschont.
  16. Dein Blog erlaubt Auszeiten: Du bekommst auch dann Traffic und Anfragen, wenn du mal ein paar Wochen lang nichts bloggst. Aber wehe, wenn du mal ein paar Wochen lang nichts auf Instagram postest: Dann rauscht deine Reichweite in den Keller!
  17. Mit jedem Blogartikel stärken wir unsere eigene Plattform. Das ist bei Social Media nicht so: Mit jedem Instagram-Posting stärken wir in erster Linie Instagram. Mit jedem Posting auf Facebook sorgen wir dafür, dass unsere Facebook-Freunde noch länger durch Facebook scrollen. Wir sollten uns auch keine Illusionen machen: Die Leute klicken sehr ungerne aus Social Media raus, sie wollen Facebook und v. a. Instagram nicht verlassen, um die Blogartikel auf unserer Webseite zu lesen. Das führt uns zum nächsten Punkt: Die Sache mit der Moral: Social Media Plattformen sind so konzipiert, dass sie uns süchtig machen. Hier ein Like, da ein Kommentar, der sofort beantwortet werden möchte: Die Reihenfolge der Postings, die uns gezeigt, ist nicht zufällig, sondern sehr genau kalkuliert, um uns auf der Plattform zu halten und um mehr Werbeplätze verkaufen zu können. Social Media triggert eine Erregungs-bzw. Empörungs-Spirale, die uns ziellos weiterscrollen lässt, uns depressiv macht und uns geistige Bandbreite raubt. Aus dieser Spirale kommen wir oft nur sehr schwer wieder raus. Auf unserem Blog gibt es das alles nicht: Dort gibt es weder Algorithmen, noch Werbeplätze, die nach Klicks und Aufmerksamkeit gieren. Dort gibt es nur unseren Content. Und diesen zu konsumieren, ist für unsere Leser viel entspannter als auf Social Media.
  18. Die Interaktion mit einem Blogartikel ist oft intensiver als mit einem Posting: Dadurch, dass ein Blogartikel meistens länger und gehaltvoller ist, als ein durchschnittliches Posting, sind die Leute viel länger auf deiner Webseite.
  19. Du hilfst mit deinen Blogartikeln den Leuten wirklich: Selbst wenn mir nützliche Posings in meinem Instagram-Feed begegnen, passieren oft zwei Dinge:
    • Ich scrolle trotzdem drüber, denn ich bin bei Instagram, um mich abzulenken. Und nicht, um Lösungen für meine Probleme zu finden.
    • Ich bin oft genervt. In sooo vielen Postings wird dazu aufgerufen, das Posting zu liken, kommentieren bzw. abzuspeichern. Aber jetzt mal Hand aufs Herz: Wann hast du zuletzt ein Instagram-Posting weitergeleitet oder gespeichert, weil es so nützlich war?

      Um es kurz zu machen: Wenn du den Leuten mit deinem Wissen nachhaltig helfen möchtest, sind deine Texte auf einem Blog viel besser aufgehoben. Denn wenn sie eine Lösung suchen, scrollen sie nicht durch Instagram, sondern fragen Google.

Nachteile eines Blogs im Gegensatz zu Instagram

  1. Komplizierter technischer Setup: Klar, kann man einen Blog in unter einer Stunde zusammenklicken – die meisten Menschen brauchen dafür aber wesentlich mehr Zeit und stolpern über Themen wie Hosting, SSL-Zertifikat oder Plugins, bevor sie überhaupt so richtig losbloggen können. Um einen Blog aufzubauen, hilft es, wenn du eine technische Affinität hast. Die brauchst du für Instagram nicht: Du erstellst dort einfach ein Profil – und fertig! Um die Technik dahinter kümmert sich die Plattform. Social Media bietet uns die Möglichkeit, viel schneller loszulegen, als wenn wir bloggen wollen. Und das ist für viele Menschen natürlich viel attraktiver, als sich erst mal durch den Blog-Technik-Dschungel zu wühlen.
  2. Überwältigend viele Möglichkeiten: Es gibt alleine für das Blog-System namens WordPress zig Designvorlagen (Themes), tausende Plugins (Funktionserweiterungen) und unglaublich viele Optimierungsmöglichkeiten. Hier kann man sich sehr schnell im Detail verlieren. Auch deshalb nutze ich persönlich keinen Pagebuilder wie Elementor oder DIVI. Denn die viele Design- und Einstellungsmöglichkeiten würden mich nur vom Schreiben abhalten.
  3. Ein schönes Design ist mehr Arbeit: Die vielen Möglichkeiten, die ein eigenes Blog mit sich bringt, kann auch dazu führen, dass wir ein mieses Design zaubern. Und das behindert dann oft stark die Lesbarkeit unserer Inhalte. Hier ein paar Beispiele, die mir täglich begegnen:
    • viel zu kleine Schriften, die man nur schwer lesen kann
    • ein farbiger Hintergrund, am besten in Kombination mit einer grauen Schrift, sodass die Schrift kaum lesbar ist (ich empfehle dir: Nimm Weiß als Hintergrundfarbe. So einfach, so schlicht, so gut)
    • zu geringer Zeilenabstand
    • Texte, die vom linken Bildschirmrand bis zum rechten Bildschirmrand laufen
    • ein riesiger Headerbereich, der nach unten mitscrollt und einen Großteil des Textes verdeckt
    • zu große Bilder, bei denen wir vom Wegscrollen einen Tennisarm bekommen

      Das alles kann bei Social Media nicht passieren: Durch das enge Designraster bei Instagram, das auf maximale Lesbarkeit getrimmt ist, haben wir gar keine Möglichkeit, etwas beim Text oder bei der Bildgröße falsch zu machen.
  1. Angestaubtes Image: Blogs haben teilweise immer noch ein Tagebuch-Image und das Konzept wirkt auf viele frisch gebackene Selbständige altmodisch. Selbst viele Leute, die bloggen, sehen sich nicht als „Blogger“. Das Wort wirkt für viele, wie aus der Zeit gefallen. Im Gegensatz dazu hat Social Media ein frisches Image und „Content Creator“ oder gar „Influencer“ klingt in vielen Ohren hipper als „Blogger“.
  2. Ein Blog hat eine Impressums-Pflicht: Wenn du eine Webseite hast und sie nicht komplett privater Natur ist, musst du ein Impressum haben. Und dort musst du deinen Namen, deine Adresse und eine Kontaktmöglichkeit (also eine Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse) angeben. Sonst kannst du abgemahnt werden – so wie es jedes Jahr tausenden Leuten passiert. Okay, ein Impressum ist theoretisch schnell erstellt. Nur: Nicht jeder will unter seinem Klarnamen bloggen, nicht alle wollen ihre Adresse öffentlich angeben. Das gilt z. B. für Frauen, die über feministische Themen bloggen und regelmäßig die Zielscheibe von Trollen werden. Da ist ein Instagram-Profil unverfänglicher, zumal Social-Media-Plattformen die Impressums-Pflicht oft gar nicht durchsetzen.
  3. Ein guter Blog braucht Pflege: Die Kehrseite davon, dass deine Blogartikel so eine lange Lebenszeit haben, ist: Du musst deine Blogartikel regelmäßig überarbeiten, kaputte Links reparieren und deine Kategorien aufräumen. Bei Instagram kräht kein Hahn danach, wenn eines deiner Postings von vor 2 Jahren nicht mehr aktuell ist.
  4. Bloggen kostet Geld: Wenn du einen selbstgehosteten Blog hast, zahlst du mindestens ein paar Euro pro Monat Hostinggebühren. Dazu kommt noch der jährliche Betrag für deine Domain und ggf. für kostenpflichtige Themes und Plugins. Das kann sich schnell auf eine dreistellige Summe pro Jahr summieren. Ich zahle ca. 150 Euro pro Jahr, um meinen Blog am Laufen zu halten. Social Media hingegen ist (meist) kostenlos.
  5. Es dauert, bis wir Ergebnisse sehen: Bloggen ist ein Marathon und gerade am Anfang haben wir oft das Gefühl, dass sich da nichts tut. Wir bekommen auf unsere ersten Blogartikel so gut wie nie Kommentare. Wie denn auch? Diese ersten Blogartikel werden ja von kaum jemand gesehen! Bei Social Media hingegen haben wir am Anfang an eine hohe Start-Sichtbarkeit. Jedoch relativiert sich das schnell, denn die große Anfangs-Sichtbarkeit auf Instagram & Co. stagniert auch sehr schnell: Nachdem deine Freunde und Bestandskunden dir auf Instagram gefolgt sind, hört das Follower-Wachstum oft abrupt auf. Das ist der Grund, warum so unglaubliche viele Leute jahrelang bei 200 bis 500 Followern „festhängen“.
  6. Einen Blogartikel zu schreiben, dauert länger, als ein Posting zu verfassen: Oft reicht auf Instagram nur ein Satz und ein paar Hashtags aus, denn die Hauptrolle spielt das Bild. Das ist beim Bloggen genau andersherum: Dort liegt der Fokus auf dem Text, das Bild ist optional. Blogartikel sind „Longcopy“-Formate, also Texte, die über 5 Sätze hinausgehen. Und wenn ein Text nicht mindestens 500 oder 1.000 Wörter hat und ein Problem löst, haben viele Leute das Gefühl, dass sie diesen Text nicht veröffentlichen dürften.
  7. Hohe Hemmschwelle, etwas zu veröffentlichen: Ein Posting auf Instagram fühlt sich für viele Leute leichter an, als gleich einen „richtigen“ Blogartikel zu veröffentlichen. Das liegt daran, dass Postings auf Social Media meist kürzer sind und weniger gehaltvoll sein dürfen. Beim Bloggen geht es hingegen ans Eingemachte. Das ist Segen und Fluch zugleich. Dass Blogartikel das Zeug dazu haben, unglaublich lang, ausführlich und nützlich zu sein und nach Arbeit riechen, schreckt viele Menschen ab.
  8. Hohe Hemmschwelle, zu reagieren: Ein Herzchen auf Instagram zu hinterlassen, geht schneller, als einen Kommentar unter einem Blogartikel zu schreiben. Denn nicht nur für Blogartikel gilt das ungeschriebene Gesetz, dass sie gehaltvoll sein sollten – sondern auch für Kommentare. Likes und Herzchen sind die einfachste Möglichkeit, auf Content zu reagieren. Diese Möglichkeit gibt es auf vielen Blogs gar nicht. Dort (auch bei mir) kann man nur kommentieren.

Fazit: Bei der Frage „Was bringt mir strategisch mehr: Bloggen oder Instagram?“ hat unser Blog die Nase vorn

In meinem Monatsrückblick Februar 2022 habe ich geschrieben: „Facebook und Instagram haben so oft ihre Algorithmen geändert und die Sichtbarkeit von normalen (also unbezahlten) Postings in den Keller befördert, dass ich mich frage: Brauche ich Social Media oder braucht Social Media mich? Ich sehe um mich herum, wie sich viele Frauen verausgaben, beim Wunsch, auf Instagram einen schönen Feed hinzubekommen und möglichst relevante und nützliche Postings zu erstellen. Dabei bespaßen sie oft nur knapp ein paar 100 Follower, Tendenz stagnierend, mit Inhalten, die nach 2 Tagen im Relevanz-Nirvana verschwinden. Lohnt sich das? Ich glaube: Wenn wir unsere Energie in unsere eigenen Plattformen investieren, haben wir einen viel besseren ROE: Return on Energy.

Wenn wir von den technischen Hürden absehen, die das Bloggen am Anfang mit sich bringt, hat ein Blog strategisch ganz klar die Nase vorn. Ich habe gebloggt, bevor es Social Media gab und ich habe so das Gefühl, dass mein Blog Facebook und Instagram überleben wird. Vor allem für Selbständige, die ihr Wissen und ihre Erfahrung verkaufen, ist ein Blog die erste Marketing-Wahl. Wer sich beim Thema Sichtbarkeit und Reichweite einzig auf Instagram verlässt, baut sein Business auf Sand. Die ständigen Änderungen am Algorithmus und die Tatsache, dass Instagram sich deine Sichtbarkeit bezahlen lässt, führt dazu, dass du organisch, also unbezahlt, kaum noch Leute erreichst. Erschwerend kommt hinzu, dass die Preise für Werbeanzeigen nur eine Richtung kennen: nach oben.

Wenn du nicht gerade Influencer bist oder visuelle Dinge, wie Schmuck, Design oder Mode verkaufst, bist du bei der Frage „Instagram ODER Blog?“ mit einem Blog viel besser bedient. Wenn du etwas substantiell wertvolles mit der Welt teilen möchtest, ist dein Blog immer der beste Ort dafür. Aber das Tolle ist:

Instagram oder Blog? Es ist kein Entweder-Oder!

Die beste Kombination ist Blog PLUS Social Media (in den meisten Fällen heißt „Social Media“ heute: Instagram). Ich empfehle dir, dir das Beste von beiden Plattformen herauszupicken – mit deinem Blog als Kern deiner ganzen Content-Strategie.

Meine Tipps für dich:

  • Du hast schon mehrere gehaltvolle Instagram-Postings gepostet? Super! Kopiere die Texte heraus und mache daraus Blogartikel! Schreibe auf deinem Blog noch etwas zu dem Text dazu, den du von Instagram kopiert hast, dazu. Das können z. B. Beispiele sein oder neue Gedanken zu deinem Instagram-Text.
  • Drehe den Content-Spieß um und starte ab jetzt bei deinem Content damit, dass du etwas bloggst. Kopiere dir dann Teile aus deinem fertigen Blogartikel und mache daraus Instagram-Postings. So herum ist viel einfacher und führt dazu, dass du mehr, schneller und gehaltvoller auf Instagram postest! Ein Beispiel: Anfang Januar 2022 habe ich über mein Motto 2022 gebloggt: Die Blog-Million. Diesen Blogartikel habe ich anschließend auf Instagram mit einem Karussellposting geteilt. Der komplette Text, also sowohl der Beitragstext, als auch auf den einzelnen Fotos, ist komplett aus meinem Blogartikel kopiert. So einfach kann es sein, ein substantiell wertvolles Posting auf Instagram zu erstellen.

Blog ODER Instagram? Das ist eine Wahl, die wir gar nicht treffen müssen. Zum Glück, denn bei dieser Wahl können wir fast nur verlieren. MÜSSTE ich mich aber tatsächlich zwischen beiden Plattformen entscheiden, würde ich mich sofort für meinen Blog entscheiden. Blog like nobody’s reading ♥