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10 Dinge die ich 2013 gelernt habe:

1. Neue Webseite, neues Glück. Im April habe ich meine neue Webseite online gestellt. Seitdem geht es rund. Was Arbeitsproben, responsive Design und ein bisschen SEO bringt? Viele neue Anfragen, Aufträge und Kunden. Merke: Eine gute Webseite ist Gold wert. Das wusste ich als Konzepter mit starkem Faible fürs Digitale natürlich auch schon vorher. Aber dennoch faszinierend, dass gerade Werbeagenturen und Kreative, also die, die es besser wissen sollten, oft ihren Onlineauftritt schleifen lassen :-/

2. Sympatexter ist in klassischen Agenturen ein einsamer Denkwaise. Ich soll drei Ideen entwickeln und eine davon „zum Abschießen“ durch den Kunden? Eine Strategie schreiben, aber ohne diesen ganzen Online-Part weil das die Idee nur unnötig überfrachten würde? Eine Präsentation ausarbeiten, die die Kunden begeistert – aber bloß nicht die Idee verraten, weil sie sie sonst klauen könnten? Alles klar :-)

3. Aber auch so manche Online-Agentur lässt mich 2013 ratlos zurück: Da finde ich eine sympathische und sehr lustig geschriebene Stellenanzeige im Internet und schaue mir deshalb die Webseite des Unternehmens an. Ja, so denke ich mir, die würde ich gerne kennen lernen und vielleicht frei für die arbeiten. Also schreibe ich eine lockerflockige Email mit Link zu meinem Onlineportfolio und meinem Xing-Profil – in der ich natürlich den unbekannten Adressaten dutze, weil er/sie es in der Stellenanzeige und auf der Webseite auch tut. Ich bekomme eine Email zurück mit feinstem, mich siezendem Behördendeutsch. Und ich solle meinen Lebenslauf und meine Arbeitsproben als PDF-Anhang (argh!!!) mitschicken. Eine Woche später bekomme ich eine Eingangsbestätigung von einer anderen Person. Und über einen Monat später, als ich schon längst nicht mehr daran gedacht habe, eine Absage. Merke: Immer schön skeptisch bleiben bei Agenturen, die das Duz-Kontinuum auf ihrer Homepage bei der persönlichen Kommunikation durchbrechen.

4. Das eigene Netzwerk ist immer noch Umsatztreiber Nr. 1. Mittlerweile dicht gefolgt von der Webseite. Auf Platz 3 abgerutscht ist Xing. Das eigene Netzwerk zu hegen und zu pflegen, hat sich also auch 2013 ausgezahlt. Bei LinkedIn jedoch hat sich bisher noch nichts ergeben. Genau so wie bei den zig Freelancerportalen…

5. Freelancerportale führen zu keinen Aufträgen. Das einzige Portal, bei dem sich überhaupt Treffen und Gespräche ergeben haben, war „Das Auge„. Daraus ergeben hat sich ganz genau: nichts. Und selbst mein Versuch, einen Auftrag über Das Auge zu vergeben, ist furios gescheitert. Aber wer wird denn so schnell aufgeben? Auch 2014 werde ich mich gerne von skurrilen Anfragen überraschen lassen wie z.B. von dem Agenturleiter, der bei einem baldigen Treffen gerne über eine Kooperation sprechen wollte. Dummerweise ist seine Agentur in Berlin. Tja ;-)

6. Selbständigkeit bedeutet ständige Veränderung. Viel mehr als als Angestellter, muss man sich als Selbständiger ständig weiterbilden, weiterentwickeln, sich inhaltlich neu ausrichten, neue Kunden von sich überzeugen, neue Strategien entwickeln, sich immer wieder neu beweisen. Alles neuneuneu, immer, stets, zu jeder Zeit. Ganz besonders trifft dies bei mir auf dieses Jahr zu. Aufgrund persönlicher Veränderungen und der generellen Sinnfrage, die ich mir bezüglich meiner Arbeit ständig stelle, habe ich mich neu ausgerichtet. Ein erster Schritt war die Erstellung meiner neuen Webseite von A bis (fast) Z. Dafür habe ich mich in die weite Welt der Datenbanken, XAMPP, ftp-Server und WordPress eingearbeitet und habe am Ende nur ein klitzekleines bisschen Hilfe (*hust*) beim Golive gebraucht (danke, Martin :-) Im Sommerloch bin ich in das Thema Google Adwords eingetaucht. Und auch sonst versuche ich, meine berufliche Komfortzone regelmäßig zu verlassen. Mal sehen, wohin das 2014 führt.

7. Als Mutter wird frau weniger von Agenturen gebucht. Das liegt aber nicht unbedingt direkt daran, dass frau Mutter ist, sondern an anderen Faktoren. In meinem Fall z.B. daran, dass meine Sichtbarkeit als Mutter in den Agenturen abgenommen hat. Bevor ich Mutter war, habe ich immer in den Agenturen vor Ort gearbeitet. Und das führt zu weiteren Aufträgen gemäß des Mottos: „Da du schon mal da bist, hast du nicht später Zeit für ein weiteres Briefing?“. Das Homeoffice ist ein Auftragskiller. Und natürlich auch, wenn Neukunden einen mit Babybauch sehen.

8. Es ergeben sich immer neue Möglichkeiten. Gerade in dem Moment als ich mir so dachte, dass es für mich als Mutter und Freelancer in Agenturen wohl schwierig werden wird, kriege ich einen Anruf von einem Unternehmen: Sie suchen einen Freelancer für Text und Konzept. Und dann ruft ein Neukunde an und sagt, dass er eine neue Homepage haben will. Und, und, und.

9. Sympatexter wird zur Agentur. Ich kriege immer mehr komplexe Anfragen, die ich nicht selbst komplett bearbeiten kann. Dann brauche ich zusätzlich einen Designer, einen WordPress-Experten, einen SEO’ler usw. Und so suche ich mir bei diesen Anfragen mein Team zusammen und übe mich, neben meinen Kernkompetenzen Werbetexten und Konzepten, in der Kunst des Projektmanagements.

10. Facebook? Good bye Facebook! Drei Phänomene die parallel verliefen: Die organische Sichtbarkeit von Unternehmensseiten (und -postings) auf Facebook nimmt ab, weil sich Facebook nun dafür bezahlen lassen will. Die Agenturen haben immer weniger Facebook-Aufträge (nicht nur für mich, sondern generell). Und meine eigene Aktivität auf Facebook tendiert hart gegen Null. Facebook hat für mich 2013 seine Sexiness endgültig verloren. Statt dessen nutze ich Twitter und Instragram sehr intensiv und lese von morgens bis nachts Blogs. Der Newsstream von Twitter ist wesentlich informativer als der von Facebook. Und wenn ich schnell mit jemandem chatten will, nutze ich Whatsapp.

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