Visions of a Sympatexter: Claimifizierung und Kampf dem Glaubenssatz "ich kann nicht schreiben" | Sympatexter

Visions of a Sympatexter: Claimifizierung und Kampf dem Glaubenssatz „ich kann nicht schreiben“

Was will ich eigentlich erreichen? Was soll meine Arbeit bewirken? Welchen Einfluss möchte ich auf die Welt haben? Und: kann ich das überhaupt, einen Einfluss haben? Ich habe früher immer gedacht, um die Welt zu verändern, müsste ich Politikerin, Ärztin oder Wissenschaftlerin sein. Weil, come on… ich bin nur eine Werbetexterin. Aber irgendwann wurde mir klar: natürlich kann ich die Welt verändern, gerade als Werbetexterin! Und zwar, indem ich die DACH-Region „claimifiziere“ und den Menschen zeige: auch du kannst texten.

Mein ganzes Arbeitsleben schreibe ich schon – also seit 2006. Schreiben ist etwas, das ich richtig gut kann. Das war aber nicht immer so. Meine Deutschnote in der Schule war Jahr für Jahr eine meiner schlechtesten Noten im Zeugnis. Das war für mich wie ein Naturgesetz. Nach dem Abitur war ich überzeugt: ich bin schlecht in Deutsch, also kann ich auch nicht schreiben. Dann habe ich auf eines meiner Talente gesetzt, Zeichnen und Kunst, und habe Grafik-Design studiert. Dort hat unser Deutschlehrer gesagt, ich hätte Talent. In einem Comic hätte ich links und rechts hinter mich geschielt, um zu sehen, ob er jemand anderen meint. Daraufhin habe ich mich an der Texterschmiede beworben. Dort wurde der Name und die Idee „Sympatexter“ geboren.

Schreiben ist für jeden ein Muss, der Umsatz machen möchte

Ich kenne also beide Seiten des Schreibens: das gute Gefühl, zu wissen, dass man es kann und dass man seinen eigenen Schreibfähigkeiten vertraut. Und, auf der anderen Seite, die absolute Gewissheit: ich kann nicht schreiben. Viele Menschen denken genau das von sich. Und das ein Problem. Denn Schreiben und Texten ist etwas, das man machen muss, sobald man im Job mit anderen Menschen digital kommuniziert, Ideen austauscht, etwas präsentiert – und wenn man Umsatz machen will. Und ich könnte wetten: jeder, der das hier liest, muss täglich schreiben: Emails, Präsentationen, Konzepte, Flyer und Broschüren, alles mögliche. Wenn man selbständig ist oder gar ein Onlinebusiness hat, muss man noch viel mehr schreiben: Webseitentexte, Landingpages, Blogartikel, Facebook-Ads, Social Media Postings, Launch-Emails usw. Bei Büro- bzw. Brain-Arbeitern besteht ein großer Teil der eigenen Tätigkeiten aus dem Schreiben.

Warum viele Menschen Probleme mit dem Schreiben haben

In 2018 habe ich herausgefunden, warum viele Menschen wirklich Probleme haben, Texte zu schreiben: sie sehen ein großes Schreibprojekt, das schier überwindbar ist. Sie denken: „ich muss eine Über-mich-Seite schreiben“ und sind alleine schon von der Länge und der Komplexität anderer Über-mich-Seiten abgeschreckt. Sie können es im Kopf nicht herunterbrechen und sind überfordert. Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit als Texterin und Dozentin gelernt, diese Projekte in Teilschritte (bzw. in einzelne Vorlesungen) zu unterteilen. Und wenn ein großes Projekt wie eine Über-mich-Seite oder auch eine Landingpage, ein Blogartikel oder die Claim-Entwicklung in kleine, leicht verdaubare Mini-Projekte unterteilt ist, ändert das plötzlich alles! Die Leute denken dann z.B. beim Schreiben der Über-mich-Seite: ach, 5 Fun Facts über mich? Das kriege ich hin. Dann folgt die Biographie. Dann die Dreier-Kombo. Und nach kurzer Zeit haben sie ihre Über-mich-Seite finalisiert.

Das Zauberwort für einfaches Schreiben: Formate und Frameworks

Formate bzw. Frameworks sind einfache Schritt-für-Schritt-Vorlagen. Ich nutze solche Frameworks z.B. für Über-mich-Seiten, Angebotsseiten, Landingpages, About-Texte, Produkttexte usw. So muss ich mir nicht jedes Mal aufs Neue überlegen, wie ich z.B. eine Über-mich-Seite aufbaue. Jahrelang habe ich diese Frameworks entwickelt und nur für mich selbst genutzt, ohne überhaupt zu wissen, dass das ein echtes System ist. Es war einfach meine persönliche Vorgehensweise. Heute weiß ich: man kann so gut wie alles in ein Framework packen: nicht nur Über-mich-Seiten, sondern auch die Claim-Entwicklung und das Bloggen! Und ich stelle fest: plötzlich fangen Leuten an zu schreiben, die felsenfest davon überzeugt waren, dass sie das nicht könnten. Eine Teilnehmerin meiner Crashkurse hat mir sogar geschrieben, sie hasse Blogs – kurze Zeit später hat sie ihren ersten Blogartikel veröffentlicht. Und es werden bestimmt noch viel mehr Blogartikel auf ihrer Webseite!

Vom Wortspiel zur Vision

Nachdem ich im Herbst 2018 für die Claim-Entwicklung auch ein Framework entwickelt und meinen ersten Claim-Crash-Kurs mit 100 Teilnehmerinnen auf dieser Grundlage gemacht habe, habe ich gesehen, dass es funktioniert! Im September 2018 entstand dann die „Claimifizierung“ – zunächst einmal war das nur ein lustiges Wortspiel für mich. Dieses Wortspiel hat sich aber schnell zu einer Vision ausgeweitet und ich wusste: ich will die ganze DACH-Region claimifizieren. Ich möchte also deutschsprachige Unternehmer und v.a. Unternehmerinnen dabei unterstützen, einen Claim für ihr Business zu entwickeln. Der Claim ist aber erst der Anfang! Er ist nämlich das Briefing für die weiteren Webseitentexte. Und auch dafür habe ich einfache Frameworks entwickelt. Der nächste Schritt ist das Framework für das Bloggen. Und so kommt das eigene Schreiben ins Rollen: vom kurzem Claim zum langen Blogartikel.

Wie ich meine Vision Realität werden lasse

Ich weiß, wie man ins Schreiben kommt – selbst dann, wenn man von sich selbst denkt: ich kann nicht schreiben. Und meine Vision ist es, diesen Glaubenssatz namens „ich kann nicht schreiben“ aus den Köpfen Tausender Menschen herauszubekommen. Ich werde 2019 weitere Challenges rund um das Texten durchführen und im Frühling 2019, als Vorbereitung für den Text-Erfolgs-Kurs, wieder den Claim-Crash-Kurs machen – diesmal mit noch mehr Teilnehmern (wer weiß, vielleicht werden es tatsächlich über 500)! 2020 möchte ich mein erstes Buch veröffentlichen, ein Workbook zum Thema Webseitentexte. Denn was mir bei vielen Büchern zum Thema Schreiben bzw. Kreativität auffällt: sie werden beim Eingemachten, beim „How to“ nicht konkret genug. Das werde ich ändern. Auf meinem Blog teile ich schon erste Schreibtipps und werde das noch weiter zu einem Content-Hub rund um die Themen Schreiben, Bloggen und Kreativität ausbauen. Ich will es den Menschen so einfach wie möglich machen, ins Schreiben zu kommen. Denn ich weiß, dass so viel Wissen und Knowhow in den Köpfen unserer Mitmenschen steckt und dass wir alle davon profitieren, wenn dieses Wissen geteilt wird.

Comments

  • Susanne
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    Eine tolle Vision. Danke, dass Du mich immer wieder zum Schreiben motivierst, deine Energie ist einfach Wahnsinn und ein bisschen ansteckend.

    7. Januar 2019
  • Susanne
    REPLY

    Eine tolle Vision! Vielen Dank für deinen Antrieb, du motivierst mich immer wieder zum Schreiben.

    7. Januar 2019
  • Olga
    REPLY

    Claimifiziert, Blogifiziert und Visionaliziert.
    Judith, du bist Inspiration pur. Gleichzeitig so klar und motivierend.
    Es ist eine Freude, mit dir zu arbeiten, von dir zu lernen, mit dir ein Stück des Weges mitzugehen.
    Kann’s nicht erwarten, dein Buch in den Händen zu halten!

    6. Januar 2019
  • Doris Bürgel
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    Judith, mir gefällt Dein Artikel außerordentlich gut. Er ist super und total realistisch.
    Mir hast Du dazu verholfen, dass ich heute sage, ja ich kann schreiben und ich kann mittlerweile sogar etwas Spannendes schreiben. Wenn du mir das vor einem Jahr gesagt hättest, hätte ich gesagt: unmöglich, absolut unmöglich!
    Danke dass Du uns unaufhörlich zeigst wie Schreiben geht, Du lebst es vor, machst es vor und gibst uns auch manchmal einen Tritt, wenn wir einfach nicht mehr vorwärts gehen mögen oder meinen, wir könnten es nicht. Danke, dass Du keine Ausreden gelten lässt und uns unaufhörlich pushst. Dadurch, dass Du die Dinge, die Du von uns forderst auch immer selbst machst und zeigst, wie es gehen kann, ist es für mich viel leichter umsetzbar. Das ist keine reine Vision, sondern zum großen Teil schon absolute Tatsache.

    6. Januar 2019

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