Als Launch bezeichnet man in der Wirtschaft den Start, die (Markt)Einführen bzw. das Lancieren eines Produkts. Wir alle kennen Launches: Das sind die großen Werbe- und Marketingkampagnen rund um Produkte, die oft schon lange vor dem Verkaufsstart beginnen. Bestes Beispiel sind z. B. Kinofilme: Monate, bevor wir die neuen Star Wars Filme wirklich im Kino anschauen konnten, haben wir die Trailer gesehen. Kurz bevor der Film dann wirklich in die Kinos kam, wurden in den Kinos und Fußgängerzonen Plakate aufgehängt und bei McDonald’s gab es Star-Wars-Figuren als Geschenk zum Happy Meal.

Das Ziel dieser Launch-Phasen lange und kurz vor dem Verkaufsstart ist Aufmerksamkeit und das Schaffen einer kaufbereiten Zielgruppe, die es kaum erwarten kann, dass das Produkt endlich auf den Markt kommt. Nicht nur Kinofilme werden gelauncht, sondern auch Bücher, Spielzeuge wie z. B. Spielkonsolen oder Computerspiele, Autos, Modemarken und alle Arten von Gadgets und Devices wie z. B. Fitnesstracker. Alles kann gelauncht werden! Auch die Eröffnung eines neuen Restaurants in einer Fußgängerzone wird oft gelauncht, also im Vorfeld beworben. 

Vorreiter von erfolgreichen Produkt-Launches: Apple launcht das iPhone

Apple launcht seine Produkte u. a. mit den jährlichen Apple Keynotes. Im Januar 2007 hat Steve Jobs drei Produkte präsentiert, die unser digitales Miteinander komplett revolutionieren sollten: ein Widescreen iPod mit Touchcontrols. Ein revolutionäres Mobiltelefon. Und ein „Breakthrough Internet Communicator“. Nur: das waren keine drei einzelnen Produkte, sondern eins. Das iPhone. Hier ist seine Präsentation von 2007 – aus der heutigen Rückschau ist das ein besonderer Moment gewesen, denn das iPhone hat viele weitere Innovationen vorangetrieben, die heute unseren digitalen Alltag ausmachen.

Erst ein halbes Jahr später, am 29. Juni 2007, sollte das iPhone in die Läden kommen. Genug Zeit für Apple für viele weitere Marketing-Aktivitäten und um die Gerüchteküche um das iPhone anzuheizen. Kurz vor dem Verkaufsstart, haben sich schon Tage vorher ewig lange Schlangen von campenden Apple-Fans vor den Läden gebildet. Auch diese Bilder sind Teil des Launches, denn sie sind sehr medienwirksam und heizen die Kauflust weiter an.

Beispiel eines weniger erfolgreichen Launches: Der Segway

Ein anderes, nicht ganz so erfolgreiches Beispiel eines Launches war der Segway in 2001.

Bild: Der Segway in Aktion. Bild: Wikipedia.

Im Vorfeld wurde der Segway beworben und gehypet, OHNE das Produkt wirklich zu zeigen. Die Leute wurden heißgemacht auf eine neue Art der Mobilität, es hieß, der Segway wäre die Zukunft des Verkehrs. Ende 2001, als das Produkt dann tatsächlich enthüllt wurde, war die Enttäuschung groß. Das Produkt war sehr teuer und konnte dem Launch-Hype nicht gerecht werden, die Verkäufe verfehlten massiv die Erwartungen. Heute ist der Segway ein Nischenprodukt, das bei Touristenführungen zum Einsatz kommt. Dennoch: Obwohl der Segway an sich gefloppt ist, hat er wahrscheinlich der aktuellen E-Scooter-Welle den Boden bereitet.

Launches im Onlinebusiness: 3 Arten von Launches

Besonders bekannt ist das Wort „Launchen“ aktuell im Bereich Onlinebusiness. Denn auch digitale Produkte wie Onlinekurse, sogenannte High-Ticket-Offers (hochpreisige Coachings) und Gruppencoaching-Programme werden gelauncht. Beim Launch von Onlinekursen gibt es drei gängige Strategien:

  1. Webinar-Launch: Es wird ein Event beworben, bei dem ein Webinar oder Video gezeigt wird. Oft heißen diese Events bzw. Webinare „5 Tipps für …“ oder „In 3 Schritten zu …“. Das Webinar kann live sein oder vorher aufgenommen sein. Meistens dauern diese Webinare 60 bis 90 Minuten. Um dieses Webinar anschauen zu können, muss man sich anmelden, indem man seine E-Mail-Adresse hinterlässt.
  2. Challenge-Launch: Ein Challenge-Launch ist intensiver und länger als ein Webinar-Launch. Bei einer Challenge bekommen die Teilnehmer:innen Aufgaben, die gemeinsam in der Challenge-Gruppe gelöst werden. Das Event bei einer Challenge umfasst meistens 5 bis 10 Tage (in dieser Zeit wird die Aufgabe in der Gruppe gelöst). Ich z. B. launche sehr gerne mit einer Challenge. Ich gebe in meinen Challenges wie „Rapid Blog Flow“ oder „Boom Boom Blog“ kostenlos mein Wissen weiter und arbeite mit meinen Teilnehmer:innen auf ein konkretes Ziel hin (wie z. B. das Veröffentlichen des 1. Blogartikels). Auch für einen Challenge-Launch melden sich die Leute an, indem sie ihre E-Mail-Adresse hinterlassen. Nach der Challenge mache ich ihnen das Angebot, z. B. in meinen 8-Wochen-Blogkurs The Blog Bang einzusteigen. Challenge-Launches erschaffen oft mehr „Buzz“ (Begeisterung und Gespräche) als Webinar-Launches und sind nach außen oft sehr sichtbar.
  3. Reiner E-Mail-Launch: Hierbei wird mit einer E-Mail-Serie ausschließlich an die Leute gelauncht, die bereits auf der eigenen E-Mail-Liste sind – und zwar ohne Launch-Event (also Webinar oder Challenge). Zur Vorbereitung eines E-Mail-Launches wird die Liste mit einem Freebie vergrößert. Ein Freebie kann z. B. eine Anleitung in PDF-Form sein. Diese Anleitung wird z. B. auf Facebook beworben und alle, die diese Anleitung haben wollen, müssen ihre E-Mail-Adresse hinterlassen. Diese Anleitung bzw. dieses Freebie leiten dann zum kostenpflichtigen Angebot hin, das Freebie ist quasi der erste Schritt zur Lösung. Die „ganze“ Lösung ist anschließend der Onlinekurs bzw. das Gruppenprogramm, das gelauncht wird.

Kennzeichen eines Launches im Onlinebusiness

  1. Alle drei Launch-Strategien haben gemeinsam, dass ihre Grundlage die E-Mail-Liste ist. Wichtigstes Ziel eines Launches im Onlinebusiness ist es daher, die sogenannte „Launch-Liste“ aufzubauen. Dabei sammelt man E-Mail-Adressen von Menschen, die sich für das Thema interessieren und denen man dann im Laufe des Launches das Angebot macht, ein thematisch passendes Produkt zu kaufen. Ich z. B. zeige den Leuten in meinen Challenges, wie sie ihren ersten Blogartikel schreiben können. Das Produkt, das ich anschließend anbiete, ist mein 8-Wochen-Blogkurs, um nach diesem ersten Blogartikel weiterzubloggen.
  2. Grundsätzlich gilt: Ein Onlinekurs oder Coaching, das nicht gelauncht wird, verkauft sich, wenn überhaupt, dann nur sehr schleppend. Ein Launch ist also, wie jede Kampagne, zeitlich befristet und hat ein Ende. Der Onlinekurs bzw. das Coaching werden im Rahmen eines Launches nur eine gewisse Zeit lang verkauft, meistens maximal 7 Tage lang. Danach ist erst mal Schluss und das Produkt nicht mehr verfügbar. Das erschafft eine Verknappung des Angebots, die sehr verkaufsfördernd wirkt. 
  3. Ein Launch wird lange vorher geplant und hat ein ganz konkretes Ziel (z. B. 50 neue Teilnehmer für deinen Onlinekurs). Der nach außen hin sichtbare Teil eines Launches ist oft relativ kurz. Die Planung hingegen fängt schon mehrere Monate vorher an. Onlinekurse, die nur einmal pro Jahr gelauncht werden, werden oft auch dementsprechend schon ein Jahr vorher geplant.
  4. Viel Umsatz in kurzer Zeit: Ein Launch sorgt oft für Einnahmen-Spitzen in einem Online-Business.

Die Phasen eines Launches

Ganz egal, ob wir mit einem Webinar oder einer Challenge launchen: Die Phasen eines Launches ähneln sich:

  1. Seeding: In dieser ersten Phase erschaffen wir Content rund um unser Thema. Wir sprechen über unser Thema und über die Lösung, ohne unser Angebot zu nennen. Wir positionieren uns mit unserem Thema und erweitern den Kreis an interessierten Menschen. Die Seeding-Phase geht quasi das ganze Jahr über, wenn wir nicht direkt im Launch sind.
  2. Prelaunch mit Runway: Hierbei machen wir bestehenden oder früheren Kunden das Angebot, das wir später groß launchen. Oft bekommen diese ersten Kunden noch einen besonderen Bonus, wenn sie schon so früh buchen/kaufen. Der Runway ist eine intensivere Seeding-Phase, in der wir schon erzählen, dass wir ein Webinar oder eine Challenge machen werden. Wo der Runway genau anfängt und aufhört und ob er Teil der nächsten Phase (der Werbephase) ist oder nicht, ist Ansichtssache
  3. Werbephase: In dieser Phase kommunizieren wir ganz offen, dass wir ein Webinar oder eine Challenge machen werden. Die Werbephase geht 2 bis 4 Wochen und hier sammeln wir die E-Mail-Adressen, um unsere Launch-Liste aufzubauen. Immer wenn wir eine Werbeanzeige auf Facebook zu einem Webinar oder einer Challenge sehen, ist da gerade eine aufgeregte Online-Unternehmerin in der Werbephase ;-)
  4. Das Launch-Event: Der Höhepunkt eines Launches! Hier findet das in der Werbephase beworbene Webinar oder die 5 bis 10tägige Challenge statt. In dieser sehr intensiven Zeit kriegen die Teilnehmer:innen z. B. in einer geschlossenen Facebook-Gruppe einen Vorgeschmack von unserem Wissen und unserer Art. Zugang zu dieser Gruppe bekommen die Leute nur, wenn sie sich anmelden, also wenn sie ihre E-Mail-Adresse hinterlassen. In dieser Zeit erleben die Teilnehmer:innen oft schon großartige Durchbrüche und wollen dann mehr. Der nächste logische Schritt ist, ihnen ein Angebot zu machen, das nahtlos an dieses Launch-Event anschließt. Dieses Angebot wird am Ende des Webinars bzw. am vorletzten oder letzten Tag einer Challenge gemacht. Damit beginnt dann die Open Cart Phase.
  5. Open Cart und Closed Cart: Der Verkauf hat eröffnet! Open Cart (eröffneter Warenkorb) bezeichnet die Zeit, in der das Produkt zu kaufen ist. Closed Cart ist der Verkaufsschluss. Bei einem Launch wird das Datum des Closed Carts intensiv kommuniziert, was dazu führt, dass ein Großteil der Verkäufe dann auch tatsächlich am letzten Tag zustande kommen. Die wichtigste Marketing-Aktivität während der Open-Cart-Phase ist das Verschicken von Salesmails. Ich schicke durchschnittlich zwei pro Tag und 5 am letzten Tag. Weitere mögliche Aktivitäten während der Open-Cart-Phase sind z. B. Interviews, viele Postings auf Social Media, das Anbieten von Calls für Interessenten und Fragerunden in der Launch-Gruppe.
  6. Upsell oder Downsell: Das ist die Phase nach dem offiziellen Verkaufsschluss. In dieser Zeit wird an die Launchliste oft noch ein Downsell gemacht, also ein günstigeres Produkt verkauft, so nach dem Motto: „Mein Kurs war nicht das Richtige für dich? Vielleicht interessiert dich ja mein eBook!“ Wird ein teureres Produkt verkauft, ist das ein Upsell (meistens finden jedoch Downsells statt). Diese Upsell- bzw. Downsell-Phase geht meist nur wenige Tage und ist kürzer als die offizielle Open-Cart-Zeit.
  7. Während oder nach dem Kurs: Testimonials einsammeln. Nach dem Launch ist vor dem Launch! Um den nächsten Launch des Produkts vorzubereiten, werden während oder nach dem Kurs Kundenstimmen (=Testimonials) gesammelt. Diese Testimonials erfolgen in Form von Videos oder Zitaten. Diese Testimonials kommen später auf die Landingpage oder werden z. B. in Postings oder Werbeanzeigen genutzt.

Warum launchen wir eigentlich?

Kurz gesagt: weil sich unser Onlinekurs oder Programm ansonsten nicht verkauft. Denn erst ein Launch führt zu einer großen Sichtbarkeit unseres Angebots und zu diesem Haben-Wollen-Gefühl bei unserer Zielgruppe. Mit einem Launch füllen wir unsere Liste mit kaufbereiten Menschen. Gerade Kurse mit einem festen Startzeitpunkt sollten gelauncht werden, um diese Gruppe dann auch zu füllen.

Was ist KEIN Launch?

Einfach nur eine E-Mail mit deinem Angebot rauszuschicken, ist kein Launch. Oder: drei Freunden von deinem Produkt zu erzählen, ist auch kein Launch. Zwei Postings auf Facebook oder Instagram: kein Launch. Wenn ein Angebot ständig auf deiner Webseite ist und das alle paar Wochen jemand kauft, hast du das Angebot nicht gelauncht. 

Sobald mehrere Werbe-Aktivitäten zu einer koordinierten Marketing-Kampagne zusammenkommen, hast du einen Launch :-)

PS: Dieser Blogartikel ist im Rahmen von The Blog Bang entstanden. In der 1. der 8 Kurswochen schreiben wir einen Was-ist-Blogartikel. Damit wir alle Blogartikel haben, die zu diesem Thema in The Blog Bang entstehen, kannst du einfach hier den Link zu deinem Was-ist-Artikel hinterlassen ⬇️

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