Der Blog – unendliche Weiten. Das Bloggen ist das perfekte Tool, um unser Wissen – und auch unsere Meinung, Ideen und Sorgen mit der Welt zu teilen. Aber gerade das vermisse ich in den letzten Jahren zunehmend: Blogs mit Persönlichkeit. Es ist, als ob das Businessbloggen in den vergangenen 10 Jahren zu einer allglatten Content-Marketing-Stehparty verkommen ist, bei der es nur noch darum geht, mit dem Blog möglichst viele Kunden zu akquirieren – oder gleich ein passives Einkommen zu generieren. Aber Bloggen ist so viel mehr als die Jagd nach dem Expertenstatus und Platz 1 bei Google. Bloggen bedeutet Teilhabe an digitalen Gesprächen und aktives Gestalten der Blogosphäre. Wer Bloggen nur als Akquise-Tool versteht und wer immer nur auf Keywords schielt und Expertenartikel schreibt, wird nie erfahren, wie stark das Haltungsbloggen (also das persönliche Schreiben über unsere manchmal auch kontroversen Meinung) unser Business positiv verändern kann. Wer sich von der Frage „Was wollen meine Leser von mir lesen?“ emanzipiert und sich auf Themensuche in sich selbst macht, entdeckt ein unerschöpfliches Content-Universum.

Das Sympatexter-Blog-Manifest: Ich bin der festen Blog-Überzeugung, dass…

  1.  …wir das Bloggen nur durch das Bloggen lernen. Wenn wir uns vor dem Schreiben des ersten Blogartikels den Kopf mit SEO und Technik vollpumpen, blockiert uns das oft nur.
  2.  …am Anfang das Wichtigste ist: Regelmäßig Blogartikel zu veröffentlichen. Denn mit dieser Übung kommt alles andere wie z. B. SEO-Knowhow und unsere Positionierung.
  3.  …die Strategie schon mit dem Bloggen kommt – und wir eben nicht unsere Strategie schon vor dem Bloggen haben müssen! Durch das regelmäßige Bloggen ordnen wir unsere Gedanken, unsere Ideen nehmen Form an. Viele denken, sie dürften erst mit dem Bloggen anfangen, wenn ihre Strategie schon perfekt steht.
  4.  …unsere erste Keyword-Analyse warten darf, bis wir eine gewisse Blog-Routine haben
  5.  …unser erster Blogartikel oft den Kurs für unser gesamtes Blog-Abenteuer setzt und darüber entscheidet, ob wir das Bloggen fortführen oder nicht. Deshalb ist es so wichtig, hier nicht gleich episch und überperfekt anzufangen, weil dann die Latte für den 2. Blogartikel so hoch liegt, dass wir schon gar keine Lust mehr haben, weiterzubloggen.
  6.  … das Erfolgsrezept beim Bloggen nicht darin liegt, gleich von Anfang an optimierte und möglichst gute Blogartikel zu schreiben, sondern regelmäßig zu schreiben. Regelmäßigkeit macht Übung, Masse, eine bessere Schreibe, Technik-Knowhow, Sichtbarkeit, Marke und einen starken Sog-Effekt.
  7.  …persönliche Blogartikel stärker sind als Expertenartikel. Unsere Meinung wirkt anziehender als unser Wissen. Unser Wissen haben viele andere auch, unsere Meinung und Persönlichkeit hingegen nicht. Mit persönlichen Blogartikeln erschaffen wir einen viel stärkeren Sog-Effekt als nur mit Experten-Artikeln!
  8.  … wir unser Themen-Korsett sprengen müssen. Ein zu enger Fokus auf Expertenthemen führt dazu, dass sich zu wenig von uns selbst in unserem Blog wiederfindet. Und dann verlieren wir die Lust, zu bloggen.
  9.  … wir damit aufhören müssen, uns zu fragen, was unsere Leserinnen interessieren könnte und was sie von uns lesen wollen. Wir bloggen nicht für Besucherzahlen, Klicks oder Statistiken! Wir bloggen für uns selbst! Andere Menschen, die auf einem ähnlichen Weg sind, wie wir, werden das auch interessant finden.
  10.  …wir schon bloggen dürfen (und sollen), bevor unsere Webseite “fertig” ist.
  11.  …unsere Webseite erst durch das Bloggen “fertig” wird.
  12.  …unser Blog nie fertig, sondern immer Word in Progress ist. Und dass das eine Befreiung. ist, denn wir streben nie einem Blog-Ende entgegen.
  13.  …der Blog, also der dynamische Content, die Hauptrolle auf unserer Webseite spielt. Denn schon nach den ersten Blogartikeln nimmt unser Blog die Hälfte des Inhalts auf unserer Webseite ein. Und schon bald werden es über 99 % sein.
  14.  … wir unsere Webseite mit dem Bloggen anfangen sollten. Und nicht mit der Startseite oder z. B. der Über-mich-Seite.
  15. …Ein Blog ohne Webseite kann nicht existieren. Eine Webseite ohne Blog ist tot. Beides bedingt sich so sehr, dass wir hier gar nicht mehr unterscheiden sollten. Blog = Webseite = Blog.
  16.  … Kategorien immer im Fluss sind. Nichts ist in Stein gemeißelt, wir sind die Herrinnen über unsere Inhalte und können sie jederzeit ändern, löschen und neu strukturieren.
  17.  …der Inhalt wichtiger als das Design ist. Vor dem Design muss der Inhalt und damit unsere Positionierung kommen, sonst haben keine konzeptionelle Grundlage für das Design und es wird austauschbar.
  18.  …Farben, Logos, Schriften und die perfekte Startseite oft nur willkommene Ablenkungen vom eigentlichen Inhalt sind. Schreibe deine ersten Blogartikel – daraus wirst du sehr viel für dein Design ableiten können.