So schreibst du deine persönliche und sympathische Über-mich-Seite | Sympatexter

So schreibst du deine persönliche und sympathische Über-mich-Seite

Eine gute Über-mich-Seite ist wohl die Königsdisziplin der Webseitentexte. Diese Seite ist sehr wichtig (eine der am häufigsten besuchten Unterseiten deiner ganzen Webseite) und bereitet erfahrungsgemäß große Schwierigkeiten. Denn: was soll man da schreiben? Den Lebenslauf? Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit als Werbetexterin (seit 2002) auf diese Frage meine ganz eigenen Antworten gefunden. Und ich stimme populären Meinungen über den Aufbau einer guten Über-mich-Seite nicht zu.

Um wen geht es eigentlich auf deiner Über-mich-Seite?

Immer wieder stolpere ich über Über-mich-Seiten, die erst einmal den Wunschkunden beschreiben, seine Wünsche und Ängste. Es gibt auch Anleitungen im Internet, die genau das empfehlen: schreibe auf deiner Über-mich-Seite über deinen Kunden und nicht über dich selbst. Ich persönlich halte das für einen Fehler. Bei mir schleicht sich beim Lesen solcher Seiten sofort ein Gefühl zwischen Anbiederung und Manipulation ein, ich empfinde das als pushy. Ich habe schließlich auf „Über mich“ geklickt und erwarte dann auch eine Darstellung der jeweiligen Person. Dieses Persona-Abchecken ist meiner Meinung nach auf den Angebotsseiten besser aufgehoben. Die Über-mich-Seite ist deine Bühne! Ich bin der festen Überzeugung, dass wenn wir authentisch über uns selbst schreiben, sich unsere Wunschkunden automatisch in unseren Texten wiederfinden und/oder uns sympathisch finden werden.

Was ist das Ziel deiner Über-mich-Seite?

Das Ziel deiner Über-mich-Seite ist es, klar, über dich zu informieren. Aber deine Über-mich-Seite hat noch ein weiteres Ziel: sie soll eine emotionale Beziehung zu deinem Wunschkunden aufbauen und diese Beziehung dadurch stärken, dass er dir seine E-Mail-Adresse gibt (und du ihm regelmäßig Newsletter schickst – nicht nur, wenn du etwas verkaufen willst). Wenn ich eine Über-mich-Seite schreibe, mache ich das immer mit dem Ziel im Hinterkopf, dass der Leser sich z. B. denkt: „das ist ja interessant!“ oder „ach, wie lustig, das habe ich auch erlebt“. Ich werfe auf einer Über-mich-Seite Konversationsanker aus, also Möglichkeiten für meinen Wunschkunden, ein Gespräch mit mir anzufangen.

Was gehört auf eine gute Über-mich-Seite? 10 Content-Elemente inkl. Information und Persönlichkeit

Nachdem ich zig Über-mich-Seiten geschrieben und noch mehr Seiten analysiert habe, haben sich diese 10 Content-Elemente herauskristallisiert. Ich empfehle, diese Content-Elemente in der hier angegebenen Reihenfolge auf der Über-mich-Seite zu platzieren:

1. Dein Name und dein Was: Bei deinem Was beschreibst du, was du bist. Du bist also z.B. Kreative, Heilerin, Fotografin oder Aufräum-Coach. Das ist das erste Content-Element das deine Webseitenbesucher auf deiner Über-mich-Seite sehen, daher solltest du hier sehr aussagekräftig werden. Ein einfaches „Coach“ oder „Berater“ ist zu wenig. Werde hier konkreter: was für ein Coach? Berater für wen oder was? Mache an dieser Stelle eine einfache Auflistung, ohne Verben und Adjektive. Mein eigenes Was auf meiner Über-mich-Seite lautet derzeit so:

Mein derzeitiges Was: Texterin, Bloggerin, Kreative & Dozentin aus Stuttgart.

2. Dein Elevator Pitch: Hier beschreibst du in einem Satz, was du machst und wem du wie hilfst. Ob du nur eine Zielgruppe hast oder mehrere: versuche, mit deinem Elevator-Pitch einen Schirm über dein ganzes Angebot zu bilden (oder konzentriere dich beim Formulieren deines Elevator-Pitches auf deine wichtigste Zielgruppe). Dein Elevator Pitch fühlt sich für dich noch nicht perfekt an? Keine Sorge, dieser Satz ist auf meiner Webseite der am häufigsten geänderte Text überhaupt!

Der Elevator-Pitch von Amy Porterfield: I teach business owners, educators and entrepreneurs the profitable action steps for building a highly engaged email list, creating online training courses, and using online marketing strategies to sell with ease.

3. Dein bestes Bild: Hier kommt dein „Signature Picture“ zum Zug. Also dein bestes und schönstes Bild, das du auch schon auf anderen Plattformen wie z. B. Xing, Linked usw. benutzt (Wiedererkennungseffekt!). Auch Bilder sind Content und mit deinem Signature Picture kann dein Webseitenbesucher gleich die Sympathie zu dir abchecken. Zudem transportierst du mit einem Foto viele weitere Informationen: deinen Stil, deinen Charakter, eine Stimmung, deine Körpersprache, evtl. Hobbies usw. Ich empfehle insgesamt mindestens 3 gute Bilder von dir für deine Über-mich-Seite.

Mein Signature Picture: das runde Bild verwende ich überall – auf Facebook, Instagram, LinkedIn, Xing usw. Das garantiert einen starken Wiedererkennungseffekt.

 

Mein Signature Picture auf Instagram.

4. Deine Zone of Genius und deine Überzeugung: Jetzt geht’s ans Eingemachte. Treffe hier starke und womöglich polarisierende Aussagen über dich. Liste alles in drei bis maximal fünf Bulletpoints auf. Jeder Bulletpoint sollte dabei kurz sein! Ich empfehle einen bis max. 3 Sätze pro Punkt! Dieses Content-Element setzt gleich eine gewisse Duftmarke und zeigt sofort, für was du stehst, was dein Thema ist und was du erreichen möchtest.

5. Die Story hinter deinem Claim (bzw. deine Heldengeschichte): Hier trennt sich definitiv die Blabla-Spreu vom Weizen und wir gehen den Schritt raus aus dem Generischen. Wenn du einen Claim hast: Was bedeutet dein Claim für dich? Du hast noch keinen Claim? Dann erzähle deine „Heldengeschichte“. Also: warum tust du, was du tust? Wie bist du dazu gekommen? Erzähle diese Story so, wie du sie einer guten Freundin erzählen würdest. Schreibe deine Geschichte erst mal runter – daran feilen ist später immer noch möglich! Wenn deine Claim- bzw. Heldengeschichte zu lang (für deine Über-mich-Seite) werden sollte, mach daraus einen Blogartikel und platziere auf deiner Über-mich-Seite die Kurzversion davon inkl. Link zu deinem Blogartikel. Tadaaa: ein interner Link mehr auf deiner Webseite!

6. Beweise deine Kompetenz: Zeige, dass du kannst, was du behauptest! Liste hier Dinge auf wie z. B. Testimonials zu dir als Person, Auszeichnungen und Awards, „Featured in …“ (falls du schon mal in bekannten Medien erschienen bist), deine Ausbildung, Zahlen und Fakten rund um deine Erfolge usw. Im Idealfall hast du hier ein visuelles Element und nicht nur eine Textaufzählung (macht nicht so viel Eindruck).

So kann der Beweis der Kompetenz auch aussehen: in Form einer Logoleiste wie bei Katrin Hill.

 

Beweise der Kompetenz: ich zeige einige meiner Awards.

7. Über dich Teil I – Fun Facts: Liste in diesem Content-Element 3-5 interessante Fakten über dich in Form von Bulletpoints auf. Wichtig ist, dass diese Fakten lustig, sympathisch und/oder interessant sind und einen gewissen Aha-Effekt haben. Fun Facts sind „Konversationsanker“: sie sollen Gemeinsamkeiten mit deinem Leser „triggern“ und zu Gesprächen einladen, nach dem Motto: „Ach, du auch?“ bzw. „Das ist ja interessant…!“

8. Social: Media und Fotowand: Hier kannst du deine (ich empfehle zwei) liebsten Social-Media-Kanäle präsentieren und deinen Tribe zeigen bzw. einen Blick hinter deine Kulissen gewähren. Ich empfehle zudem eine „Social Fotowand“: Zeige hier dein Team oder deine Kunden. Hast du außergewöhnliche Hobbies oder warst du auf großen Branchenevents? Zeigen!

Beispiel einer Fotowand beim Onlinebusiness-Coach Sigrun.

9. Über dich Teil II – Boiler Plate: Das Wort Boiler Plate stammt aus der PR bzw. Medienarbeit und bezeichnet einen Abbinder unter Pressemitteilungen, der immer gleich ist. Das Boiler Plate enthält die wichtigsten Angaben zum jeweiligen Unternehmen. Sehe deinen Boiler Plate als deinen eigenen, kleinen Wikipedia-Artikel über dich selbst an: was sind die wichtigsten Informationen über dich? Das Ziel deines Boiler Plates ist es, dass andere, die über dich schreiben wollen (Blogger, Podcaster, Institutionen, Kunden usw.), diese Passage nur noch kopieren und bei sich einfügen müssen. Mache es ihnen so leicht wie möglich! Daher ist es wichtig, dass du diesen Text in der 3. Person über dich schreibst und nicht zu werblich auftrittst. Halte diesen Text kurz!

10. CTA/E-Mail-Opt-In: CTA steht für Call to Action bzw. Handlungsaufforderung. Deine Über-mich-Seite ist der ideale Ort, um deine Leser um ihre E-Mail-Adresse zu bitten. Hier hast du verschiedene Möglichkeiten: du kannst deinen Leser auffordern, sich in deinen Newsletter einzutragen. Oder du leitest deinen Leser zu deinem Freebie (z.B. Checkliste oder PDF, Webinar, Facebook-Gruppe usw.) weiter. Baue diesen CTA zwei mal auf deiner Über-mich-Seite ein: einmal mittendrin und zusätzlich als allerletztes Content-Element auf deiner Über-mich-Seite.

Passend zum Thema CTA 😉 Diesen ganzen Blogartikel gibt es auch als ausführliches Workbook. Natürlich kostenlos!

Noch einige allgemeine Tipps für deine Über-mich-Seite

  • Betrachte deine Über-mich-Seite als „Stand-alone-Seite“. Also als eine Seite, die auch ohne den Bezug zu deinen anderen Unterseiten ein umfassendes Bild über dich gibt. Erzähle deinem Wunschkunden hier alles wichtige über dich!
  • Schreibe so, wie du redest! Nutze kurze Sätze, gerne auch mal etwas frech und witzig. Gerade auf deiner Über-mich-Seite ist deine eigene Sprache wichtig. Also: hast du bestimmte Lieblingsworte? Wie begrüßt du deine Freunde, wenn du sie zufällig in der U-Bahn triffst? Nutze solche Formulierungen auch auf deiner Über-mich-Seite!
  • Die Über-mich-Seite ist immer im Fluss: fange einfach mal an mit einer ersten Version und stelle sie online – auch wenn sie noch nicht ganz fertig ist.
  • Dir fallen neben den hier aufgeführten Content-Elementen weitere ein? Baue sie ein!
  • Schreibe insgesamt lieber lang als kurz – bezogen auf die ganze Unterseite. Achte auf ein ausgewogenes Verhältnis der einzelnen Content-Elemente. Dein Wunschkunde liebt es, so viel über dich zu erfahren! Und alle, die keine Lust auf viel Text haben, werden die Seite sowieso nur einmal kurz durchscannen. Schreibe nicht für Leute, die keine Lust aufs Lesen haben
  • Setze auf deiner Über-mich-Seite viele interne/externe Links: wo hast du deine Ausbildung gemacht? Hattest du schon mal irgendwo einen Auftritt als Speaker? Wo wurde schon mal über dich geschrieben?
  • Ein Evergreen, der wirklich auf jeder Seite gilt: strukturiere deine Texte sauber, hebe deine (Zwischen)Überschriften hervor, fette wichtige Aussagen, nutze Bulletpoints, andere Farben usw.
  • Gute Über-mich-Seite bestehen in den meisten Fällen aus mehreren Content-Elementen. Grenze die einzelnen Content-Elemente sichtbar voneinander ab. Sonst hast du einen schwer zu lesenden Textfladen.

Hier kannst du dir alle Tipps und Content-Elemente als kostenloses Workbook herunterladen.

Comments

  • Karina Schuh
    REPLY

    Liebe Judith,
    dieser Artikel ist so hilfreich. Hoffentlich lesen ihn ganz viele Leute und halten sich daran. Dann hat bald jeder eine tolle Über-Mich-Seite. Es ist nicht für jeden klar, dass diese Seite auch die Persönlichkeit rüber bringen sollte. Mit dem Inhalt und den passenden Bildern transportiert man die Message über seine Marke nach aussen und hebt sich von anderen ab. Und ja, das Signature Picture ist so wichtig, um ein einheitliches Erscheinungsbild auf allen Plattformen zu haben.

    10. Juni 2019

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